Preise steigen rasant an!Euro-Alarm! Inflation explodiert auf neues Dreijahreshoch

Die Folgen des Iran-Kriegs kommen zunehmend bei den Verbrauchern an. Die Inflation im Euroraum steigt deutlich. Ökonomen rechnen fest mit der nächsten Zinserhöhung der EZB.
Die Inflation in der Eurozone hat aufgrund hoher Energiepreise im September erneut einen dreijährigen Höchststand erreicht. Die Preise in den 21 Euro-Ländern stiegen im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 3,8 Prozent. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit Sitz in Luxemburg anhand einer ersten Schätzung. Zuletzt war die Inflationsrate im September 2023 mit 4,3 Prozent höher gewesen.
Energieprodukte verteuerten sich laut Eurostat um 18,8 Prozent im Vorjahresvergleich - im August hatte der Anstieg bei 14,3 Prozent gelegen. Dienstleistungen waren um 3,2 Prozent teurer, auch hier fiel der Anstieg höher aus als im August mit 3,0 Prozent. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen um 1,4 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte mehr als im August.
Für Deutschland gaben die EU-Statistiker die Inflationsrate mit 3,3 Prozent an und lagen damit auf einer Linie mit dem deutschen Statistischen Bundesamt. Am höchsten fiel der Preisanstieg in Litauen (6,1 Prozent), Zypern und Luxemburg (jeweils 5,2 Prozent) aus. Malta (2,4 Prozent) und Finnland (2,6 Prozent) verzeichneten die niedrigsten Inflationsraten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte sich aus Sicht der Finanzmärkte bis zum Jahresende mit einer weiteren Zinserhöhung gegen den Preisauftrieb in der Eurozone stemmen. Sie hatte bereits im Juni und September auf den Inflationsschub infolge des anhaltenden Iran-Kriegs reagiert und den Leitzins auf aktuell 2,50 Prozent angehoben.
Die EZB rechnet damit, dass die Gesamtinflation noch bis in die erste Jahreshälfte 2027 deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent bleiben wird. Sie will vermeiden, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge nachhaltig verändert: Denn die vom Iran-Krieg angeheizten hohen Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen bergen die Gefahr, dass sich Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln und sich die Inflation so festsetzt.
„Es sind vor allem die massiven Preiserhöhungen bei Energie, die die Inflation auf den höchsten Stand seit Herbst 2023 steigen ließen. Außerdem mehren sich die Anzeichen, dass die Unternehmen die höheren Energiepreise an ihre Kunden weitergeben“, sagt Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Er sieht eine Verfestigung der Inflation, die der EZB nicht gefallen werde. Sie werde darauf mit höheren Leitzinsen reagieren müssen.
Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei der Privatbank Bethmann Hal ergänzt, dass auch die Ernteausfälle durch die zurückliegende Hitze zu höheren Preisen führen dürfte. Die Prognose ist ernüchternd: „Wenn es gut läuft, wird die Inflationsrate im nächsten Frühjahr unter 3,0 Prozent fallen.“
Verwendete Quellen: csi/AFP/rts

