25 Euro pro WaschbärGemeinde zahlt Kopfgeld auf Waschbären – Naturschützer warnen

Die Waschbären sollten im Rahmen des Projekts gefangen und sterilisiert werden. (Symbolbild)
Jagdverband und Naturschützer bewerten die Maßnahme völlig unterschiedlich. (Symbolbild)
Britta Pedersen/dpa

Dieses Kopfgeld sorgt für mächtig Diskussionen!
Selters in Hessen will der wachsenden Waschbär-Population mit einem ungewöhnlichen Mittel begegnen. Für jedes erlegte Tier sollen Jäger 25 Euro bekommen. Während der Jagdverband die Idee begrüßt, halten Naturschützer wenig davon.

Hessen: Selters zahlt 25 Euro Kopfgeld auf Waschbären

25 Euro für einen Waschbären: Mit dieser Prämie will die mittelhessische Gemeinde Selters künftig Jagdpächter unterstützen. Hintergrund ist die wachsende Zahl der Tiere und der Aufwand, der mit ihrer Bejagung verbunden ist. Die Gemeindevertretung stimmte dem Vorschlag nach Angaben von Bürgermeister Benjamin Zabel einstimmig zu, berichtet untere anderem die Hessenschau.

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Anspruch auf die Prämie sollen die Jagdpächter der gemeindlichen Reviere haben. Voraussetzung ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gefangen, fachgerecht getötet und entsorgt werden. Wie der genaue Nachweis aussehen soll, muss die Verwaltung noch festlegen.

Der Landesjagdverband begrüßt die Entscheidung. Gerade weil Waschbären nachtaktiv seien und häufig mit Fallen gefangen würden, sei die Bejagung mit erheblichem Aufwand verbunden. Nach Angaben des Verbands ist Selters damit offenbar die erste hessische Kommune, die eine solche finanzielle Prämie zahlt.

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Warum Waschbären zum Problem werden

Waschbären gelten als invasive Art. Sie können Schäden an Gebäuden verursachen, auf Dachböden eindringen und heimische Tierarten unter Druck setzen.

Besonders Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche können betroffen sein. Auch Vögel stehen auf dem Speiseplan der anpassungsfähigen Tiere. Der Jagdverband verweist zudem auf die starke Ausbreitung aus Nordhessen. Allein im Jagdjahr 2024/25 wurden in Hessen 41.145 Waschbären erlegt.

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Nabu hält die Jagd für wenig wirksam

Beim Naturschutzbund stößt die Maßnahme dagegen auf Skepsis. Eine Sprecherin erklärte dem hr, dass sich die hohe Waschbär-Dichte in Siedlungsräumen durch Jagd kaum dauerhaft reduzieren lasse. Freie Reviere würden schnell wieder besiedelt, außerdem könne sich die Reproduktionsrate unter Jagddruck erhöhen. Hinzu kommt der mögliche Kostenfaktor. Bei 400 erlegten Waschbären im Jahr wären bei 25 Euro pro Tier bereits 10.000 Euro fällig.

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Auch der Deutsche Tierschutzbund plädiert eher für präventive Lösungen. Dazu zählen besser gesicherter Müll, Schutzvorrichtungen an Gebäuden oder Zäune um besonders sensible Biotope.

Selters setzt vorerst trotzdem auf die Prämie. Für 100 erlegte Tiere würden der Gemeinde Kosten von 2.500 Euro entstehen. Ob das Kopfgeld die Zahl der Waschbären tatsächlich spürbar senkt, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Verwendete Quellen: Landesjagdverband, Hessenschau, Mittelhessen