Bis zu 150 Familienmitglieder blockieren RettungswegeAuto crasht frontal in Baum – 16-Jähriger stirbt

Polizei
Hemmoor (Niedersachsen): Auto mit fünf jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren crasht frontal in Baum. (Symbolbild)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Was ist an diesem Abend geschehen?
Es ist gegen 22.30 Uhr am Sonntagabend (19. April), als der 16 Jahre alte Beifahrer in seinem Todeswagen, einem VW Up sitzt. Mit ihm im Fahrzeug: vier weitere junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Sie alle kommen aus Hemmoor in Niedersachen – so auch der erst 18 Jahre alte Fahrer. In einer Kurve im Stadtteil Heeßel in Hemmoor im Landkreis Cuxhaven kommt er aus bisher ungeklärten Gründen von der Straße ab und crasht in einen Baum. Sein 16 Jahre alter Beifahrer überlebt nicht. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

Verbindungsstraße mit Tempolimit 50

Alle weiteren Insassen kommen schwer verletzt ins Krankenhaus. Darunter der 18 Jahre alte Fahrer. Zwei weitere 16-Jährige schweben in Lebensgefahr. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ermittelt nun die Polizei. Unklar ist u.a., ob der Fahrer womöglich zu schnell, alkoholisiert oder unaufmerksam war. Oder ob ein technischer Defekt am Auto der Grund für den Aufprall war. Klar ist: Der Unfall ereignete sich an einer Verbindungsstraße und mit Tempolimit 50! Eine Frage, die sich stellt: Warum prallte das Auto bei einer erlaubten Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h SO heftig gegen den massiven Baum?

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Angehörige behindern Rettung – Einsatz eskaliert

Schnell ist ein Großaufgebot aus Rettungsdiensten, Feuerwehr, Hubschrauber und Polizei vor Ort. Doch laut Einsatzkräften und Reportern gestaltet sich die Arbeit vor Ort schwierig. Die Situation eskaliert. Um den Verunfallten zu helfen und zu ihnen zu gelangen, riegeln die Rettungskräfte die Unfallstelle komplett ab. Doch bis zu 150 Verwandte und Bekannte sollen sich teilweise gleichzeitig an der Unglücksstelle versammelt, immer wieder Schleichwege und Schlupflöcher gesucht und so die Arbeit Einsatzkräfte blockiert haben.

„Sicher ist das eine hochemotionale Sache für die Angehörigen. Dafür haben wir Verständnis. Sie wollten zu den Verunfallten und standen direkt am Auto. Aber es waren tatsächlich mehrere Polizeibeamte nötig, um den Weg zum Unfallfahrzeug frei zu machen, was die Rettungsmaßnahmen deutlich erschwert und verzögert hat”, sagt uns ein Polizeisprecher. Erst nach den Bemühungen zahlreicher Beamter sowie eines Hundeführers soll es gelungen sein, die Rettungsmaßnahmen durchführen zu können.

Verwendete Quellen: dpa, News5, Polizei