Schwimmt er von allein los?„Gutes Zeichen” bei Wal Timmy – das macht den Rettern nun Hoffnung!
„Wir sind auf einem guten Weg.”
Nach tagelangen Vorbereitungen ist die Rettung des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals in einer entscheidenden Phase. Timmy liegt weiter vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern) – doch die Verfassung des Tieres stimmt die Retter immer positiver.
„Es ist ein Tier, das einen Lebenswillen hat”
„Wir sind auf einem guten Weg”, sagt Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert vom Robbenzentrum Föhr, die vor Ort im Einsatz ist, auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage. Alle drei Tierärzte – auch die eingeflogene Expertin aus Hawaii (USA) – seien gemeinsam bei Timmy auf dem Wasser gewesen. „Er atmet deutlich tiefer ein. Das ist ein gutes Zeichen.”
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Die Hoffnung, dass der Buckelwal überlebt und bald wieder frei in tiefen Gewässern schwimmt, ist jetzt deshalb vielleicht so groß wie noch nie. „Er hat sich auch schon bewegt, das haben wir alle gesehen. Dass das ein Tier ist, das nicht in den letzten Zügen liegt, haben wir auch gesehen.”
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Sterben lassen will das Team Timmy auf gar keinen Fall! Bahr-van Gemmert: „Es ist ein Tier, das eine Chance hat, das einen Lebenswillen hat.” Und weiter: „Er will nach außen, er will frei sein.”
Retter kommen immer näher an den Wal heran
Das private Rettungsteam kommt nach eigenen Angaben auf jeden Fall gut mit den Arbeiten zur Befreiung des Tieres voran. Die Saugarbeiten sind so weit vorangebracht worden, dass das Team immer näher an den Wal herankommen kann. Die Saugarbeiten werden von der Fahrrinne zum Wal hingearbeitet. Dabei reagiert das Tier kaum beunruhigt auf die große Lautstärke.

Schwimmt Buckelwal Timmy doch von allein los?
Der gestrandete Buckelwal merkt unterdessen, dass der Wasserpegel in der Bucht immer weiter ansteigt und stellt seine Beweglichkeit zur Schau. Eine weitere Möglichkeit daher: Der Wal könnte auch von alleine losschwimmen.
Das Team habe daher bereits den vorbereiteten Plan B aktiviert, sagt Rechtsanwältin Constanze von der Meden im Hafen von Kirchdorf. Der Wasserstand könne in den kommenden Stunden um 50 bis 60 Zentimeter steigen. „Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann leiten können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik guiden können.”
Bekommt der Wal einen GPS-Sender?
Falls der vor der Ostseeinsel Poel liegende Buckelwal befreit werden oder sich selbst befreien kann, könnte das Tier auch einen GPS-Sender verpasst bekommen. „Es wird jetzt im Übrigen auch noch geprüft, ob wir ihm einen GPS-Sender verabreichen, wenn ich das mal so sagen darf, also aufkleben”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus am Sonntag.

Es mache durchaus Sinn, ihn damit auszustatten. „Damit wir genau wissen, wo er ist. Denn der Wal kann eben auch für längere Zeit abtauchen. Und dann können wir ihn Tag und Nacht begleiten.”
So ist die Rettung für den gestrandeten Wal geplant
Nun steht aber erst einmal eine mögliche Rettung auf dem Plan. Geplant ist, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel. (mit dpa)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DPA


