Fahrgast berichtet von „Nahtoderfahrung” TGV-Passagiere bei 50 Grad zwei Stunden in Zug gefangen

Über 300 Bahn-Fahrgäste erlebten am Montag (22. Juni) einen wahren Hitze-Horror!
Auf der Strecke zwischen Basel und Paris kam es zu einer Störung. Passagiere berichten von über 50 Grad im Inneren, Kreislaufproblemen und Konflikten mit dem Personal.
Passagiere waren „zwei Stunden lang im Zug eingesperrt”
Nach dem Zwischenfall am Montag meldete sich eine Passagierin bei dem Newsportal 20Min und schilderte, was sich in dem Hitze-Zug zugetragen hat. Demnach habe der TGV Basel gegen 16.30 Uhr verlassen. Auf der Höhe der französischen Stradt Dijon sei es dann zu einer Panne gekommen. Die Folge: „Wir waren etwa zwei Stunden lang im Zug eingesperrt, ohne Klimaanlage und bei unaushaltbarer Hitze. Einige Leute kollabierten.”
Das Zugpersonal habe den Passagieren untersagt, den Zug zu verlassen, stattdessen habe man auf ein anderes Fahrzeug warten wollen, das den Pannenzug zum Bahnhof Dijon schiebt. „Allen lief der Schweiß runter, die Stimmung wurde immer aggressiver. Nach zwei Stunden in brütender Hitze von 50 Grad wurden einige Menschen panisch. Es kam zu einem Gerangel mit den Kondukteuren [Schaffnern, Anm. d. Red.]”, berichtet die Passagierin weiter. Daraufhin hätten Fahrgäste die Zugtüren über die Notöffnung entriegelt.
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„Es war von vorne bis hinten schlecht organisiert”
Erst nach rund zwei Stunden hätten die TGV-Passagiere den Hitzezug verlassen können. Zu diesem Zeitpunkt habe es an Bord des TGV schon kein Wasser mehr gegeben. „Im Zug hatte es auch Schwangere und ältere Leute. Meine Freundin und ich betreuten zeitweise auch eine junge Frau, die eine Panikattacke erlitten hatte.” Es seien Tränen geflossen, als die Passagiere den Zug endlich verlassen konnten.
Die Tortur sei da aber noch immer nicht vorbei gewesen. Die Passagiere seien dann in einen Ersatzzug gebracht worden und erst nach rund fünf Stunden sei es dann weiter in Richtung Dijon gegangen, wo sich wiederum nur ein Mitarbeiter um die gestrandeten Passagiere gekümmert und wo es zusätzlich technische Probleme gegeben habe. „Nach einer Nahtoderfahrung will man sich nicht noch mit Bürokratie herumschlagen”, kritisiert die Passagierin. Und weiter: „Es war von vorne bis hinten schlecht organisiert, was zu einer sehr gefährlichen Situation wurde.”
Die Verantwortlichen bestätigen „erhebliche Störung”
Auf Nachfrage von 20Min habe das Unternehmen TGV Lyria, das für diese Strecke verantwortlich ist, bestätigt, dass es eine „erhebliche Störung” gegeben habe. Auslöser sei demnach ein defekter Stromabnehmer gewesen, wodurch der Zug gegen 18.00 Uhr zwischen Villers-les-Pots und Genlis liegen blieb. Dadurch sei auch die Klimaanlage ausgefallen. Dass man die Passagiere nicht aus dem Zug heraus lassen wollte, begründet das Unternehmen mit Gefahren, da der Zug mitten auf der Strecke liegen geblieben sei.
Diese Tatsache habe zudem die Bergung der Passagiere erschwert. „Die Mitarbeitenden an Bord taten trotz der äußerst schwierigen Umstände ihr Möglichstes, um die Reisenden zu unterstützen”, heißt es in der Erklärung. „Etwa zehn der 311 Fahrgäste erlitten Kreislaufbeschwerden oder andere Beeinträchtigungen, die Betreuung erforderten.” Ab 19.30 Uhr habe man vor Ort zudem Wasserflaschen verteilt und in Dijon habe sich Personal um die Fahrgäste gekümmert und Weiterreisen organisiert.
Verwendete Quelle: 20Min.ch


