„Ich hörte auf zu zählen, als ich 487 Männer gesehen hatte“Mann zwingt Laëtitia R., sich Fremden zum Sex anzubieten

Laetia R.s Mann zwang sie, sich Fremden zum Sex anzubieten
Laëtitia R. musste so viel Leid ertragen und ist dennoch stark geblieben!
AFP

Was sie durchmachen musste, macht fassungslos!
Laëtitia R. hat vor Gericht erzählt, was kaum auszuhalten ist. Über Jahre soll ihr damaliger Partner sie kontrolliert, vergewaltigt und an Hunderte Männer weitergegeben haben. Jetzt zeigt ihr Fall vor allem eines: wie viel Kraft es braucht, die Scham nicht länger bei sich zu tragen.

Fall Laëtitia R. nimmt der Scham die Macht

Frankreich schaut auf eine Frau, die nicht länger schweigen will. In dem Prozess in Digne-les-Bains geht es um schwere Vergewaltigungen, Folter und schwere Zuhälterei. Laëtitia R. schilderte, wie sie über sieben Jahre immer weiter gebrochen worden sei. Nicht in einem kurzen Albtraum, der irgendwann endet. Sondern Tag für Tag, in einer Beziehung, aus der sie kaum noch herauszufinden schien. Laut AD soll ihr damals 51-jähriger Ex-Partner sie an Hunderte Männer weitergegeben haben.

„Ich dachte, ich sterbe innerlich.“ Dieser Satz der starken Frau vor Gericht bleibt hängen. Laëtitia Körper ist am Ende ihres Martyriums gezeichnet: Die 42-Jährige gilt nach den Berichten heute als schwer gesundheitlich beeinträchtigt. Doch ihre Seele kämpft trotzdem weiter.

Jetzt steht fest: Guillaume B. muss ins Gefängnis, berichtet der französische Sender BFMTV.

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Vor Gericht fließen Tränen

Der Angeklagte räumte laut BFMTV einzelne Dinge ein, stellte vieles aber als einvernehmlich dar. Er sprach von einer sadomasochistischen Beziehung. Kurz vor der Entscheidung sagte er unter Tränen, er bereue manche Dinge, die er getan habe. Zugleich wolle er nicht als Monster gesehen werden. Es sind Worte, die im Gerichtssaal nachhallen.

Auf der anderen Seite sitzt eine Frau, die sagt, sie sei innerlich gestorben. Genau dieser Gegensatz macht den Fall so schwer auszuhalten. Denn im Kern geht es um die Frage, was Zustimmung überhaupt bedeuten kann, wenn Angst, Abhängigkeit und Kontrolle den Alltag bestimmen.

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Ex-Mann muss 25 Jahre ins Gefängnis

Das Gericht verurteilt den 51-Jährigen zu 25 Jahren Haft, mindestens zwei Drittel davon bleibt er im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert. Für Laëtitia R. ist damit trotzdem nicht einfach alles vorbei. Wie sollte es das sein? Kein Urteil kann die Angst löschen. Kein Strafmaß nimmt die Nächte zurück, in denen sie sich verloren fühlte. Aber dieser Prozess setzt ein Zeichen für Frauen, die sich fragen, ob ihnen jemand glaubt.

Der Fall Laëtitia R. erzählt deshalb nicht nur von Gewalt. Er erzählt auch von Mut. Von einer Frau, die ihre Geschichte nicht versteckt. Nicht, weil es leicht ist. Sondern weil Schweigen manchmal genau das ist, worauf Täter hoffen. Zum Glück hat sie nicht geschwiegen!

Verwendete Quellen: BMFTV, AD.nl