„Ich hatte kaum Zeit, den Kopf zu drehen”Frau von Schlamm- und Gerölllawine mitgerissen – Ehemann sah alles mit an

Es geschah in Sekundenschnelle!
Ein heftiges Unwetter hat im französischen Département Haute-Savoie eine Schlamm- und Gerölllawine ausgelöst. Eine 57-jährige Wanderin wird seitdem vermisst. Ihr Ehemann stand nur wenige Meter entfernt und musste mit ansehen, wie seine Frau mitgerissen wurde.
Wandertag endet in Tragödie
Was als entspannter Wandertag begann, endete innerhalb weniger Sekunden in einer Tragödie. Ein Ehepaar aus der nordfranzösischen Region Oise war gerade auf dem Rückweg zu seinem Wohnwagen, als es im beliebten Cirque du Fer-à-Cheval in den französischen Alpenein zu einem heftigen Erdrutsch kam.
Wie das französische Nachrichtenportal BFMTV berichtet, überquerte das Paar gegen 18.15 Uhr eine Brücke, als plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm zu hören war.
„Wir waren 100 Meter vom Campingplatz entfernt und überquerten gerade die Brücke, als wir einen riesigen Lärm hörten“, erinnert sich der Ehemann im Gespräch mit BFMTV.
„Das war das letzte Mal, dass ich meine Frau sah“
Innerhalb von Sekunden sei eine gewaltige Schlamm- und Gerölllawine auf die Brücke zugerast. „Ich hatte kaum Zeit, den Kopf zu drehen, einen Schritt zurückzutreten und ihr zuzurufen, sie solle zurückweichen, bevor sie gegen eine Wand aus Schutt und Beton geschleudert wurde. Das war das letzte Mal, dass ich meine Frau sah.“ Die 57-Jährige wird seitdem vermisst.
Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, suchte ihr Mann nach eigenen Angaben verzweifelt in den Trümmern nach ihr. Weil es in dem Gebiet keinen Handyempfang gegeben habe, habe schließlich ein anderer Wanderer weiter unten die Rettungskräfte alarmiert.
„Ich will nur den Leichnam meiner Frau finden“
Noch in derselben Nacht mussten die Einsatzkräfte, die angerückt waren, ihre Suche wegen der Dunkelheit unterbrechen. Dass seine Frau noch leben könnte, davon geht der Mann nach eigenen Angaben nicht mehr aus: „Ich will nur den Leichnam meiner Frau, der Mutter meiner Kinder, finden, damit ich trauern kann.“
Die Vermisste hat zwei Kinder. Ihr Sohn habe sich noch in der Nacht seinem Vater angeschlossen.
Mehr als 70 Einsatzkräfte vor Ort
Wie BFMTV unter Berufung auf die Präfektur Haute-Savoie berichtet, wurden 53 Feuerwehrleute und 20 Gendarmen zum Unglücksort entsandt. Außerdem kamen zwei Hubschrauber zum Einsatz, um Menschen zu evakuieren und das Gebiet zu sichern.
Die Suche nach der Vermissten sollte am Mittwochmorgen fortgesetzt werden. Dabei werde auch der Einsatz von Drohnen und Tauchern geprüft.
Heftiger Sturm traf beliebtes Wandergebiet
Ausgelöst wurde das Unglück demnach durch ein schweres Unwetter mit Starkregen, das am Dienstagabend über Sixt-Fer-à-Cheval hinwegzog. Der Regen habe den Fluss Le Giffre innerhalb kurzer Zeit stark anschwellen lassen und den Erdrutsch im Cirque du Fer-à-Cheval ausgelöst.
Das Naturgebiet zählt zu den beliebtesten Wanderzielen der französischen Alpen und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Verwendete Quelle: BFMTV


