Zieht jemand ihr eigenes Baby groß? Verwechslung bei künstlicher Befruchtung – Mutter trägt fremdes Baby aus

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Das Kind wächst jetzt seit mehreren Wochen bei den Menschen auf, die eigentlich nicht seine Eltern sind (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Bei der Geburt kommt die Wahrheit ans Licht.
Vergeblich versucht ein Paar aus dem US-Bundesstaat Florida, schwanger zu werden. Um sich den Kinderwunsch zu erfüllen, wendet es sich im März 2025 an eine Fruchtbarkeitsklinik. Doch als ihr Kind zur Welt kommt, wird ein herzzerreißender und unerklärlicher Fehler bei der künstlichen Befruchtung offensichtlich, wie der Anwalt der Familie einem amerikanischen Fernsehsender mitteilt.

Kind hat andere Hautfarbe als die vermeintlichen Eltern

Das Paar, das nur unter den Pseudonymen Jane und John Doe bekannt ist, verklagt nach dem Schreck bei der Geburt eine Kinderwunschklinik in Orlando (US-Bundesstaat Florida), wie der Lokalsender News 6 berichtet. Denn als die Mutter ihr kleines Mädchen im Dezember entbindet, sieht sie sofort, dass dieses Baby nicht ihres sein kann: Das Kind hat eine andere Hautfarbe als sie selbst und auch als der Kindsvater.

Ein genetischer Test bestätigt die schlimme Befürchtung: Jane und John Doe sind nicht die Eltern. Neun Monate lang hat sich das Paar darauf gefreut, dass sein vermutlich sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht. Die Frau sei fest davon ausgegangen, dass der Embryo aus ihrer Eizelle und den Spermien ihres Mannes entstanden ist, berichtet People.

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Statt nun einfach das Elternglück genießen zu können, steht das Paar vor großen emotionalen Herausforderungen: „Während unsere Mandanten sich immer tiefer in ein wunderschönes kleines Mädchen verlieben, das das Kind eines anderen ist, leben sie gleichzeitig mit dem unerträglichen Wissen, dass sich möglicherweise eines oder mehrere ihrer eigenen Kinder unwissentlich in der Obhut von Fremden befinden“, erklärt der Anwalt des Paares News 6.

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Paar verklagt Kinderwunschklinik

Nach eigenen Angaben hat das Paar vergeblich versucht, mit der Klinik zusammen den Fehler aufzuarbeiten, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Der Anwalt ist verärgert: „Es ist unvorstellbar, wie solche Fehler passieren konnten, und es ist unverzeihlich, dass der verantwortliche Arzt und die Klinik sich den Konsequenzen ihres rücksichtslosen Handelns entziehen. Es ist rätselhaft, warum sie sich weigern, freiwillig an der Beseitigung des angerichteten Schadens mitzuwirken.”

Das Paar will nun über das Gerichtsverfahren unter anderem erreichen, dass die Klinik anderen Patienten offenlegt, was ihnen passiert ist. So soll auch festgestellt werden, wer die tatsächlichen Eltern des Mädchens sind. Außerdem hoffen John und Jane Doe darauf, hierdurch zu erfahren, ob ein anderes Paar ihren Embryo ausgetragen hat.

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Fehler bei künstlicher Befruchtung

Auf Anfrage von People erklärt die Klinik, man trage „aktiv” an der Aufklärung des Sachverhalts bei: „Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, den Zeitpunkt und den Ort des Fehlers zu ermitteln.” Das Wohl der Familie stehe an oberster Stelle.

Das Baby, dem das Paar nun schon seit mehreren Wochen Mutter und Vater ist, könnte weiterhin bei ihnen aufwachsen – wenn die eigentlichen Eltern es nicht zurückhaben wollen. (lha)

Verwendete Quellen: News 6, People