RTL hat sie vor Gericht begleitetDas sagt Fabians Mutter Dorina zu Gina H.s Mammut-Aussage
21 Prozesstage lang hat Gina H. geschwiegen.
Nun hat sie eine 95-seitige Einlassung verlesen, in der sie den Mord an Fabian bestreitet und zwei Männer belastet, die bereits gegen sie ausgesagt haben. RTL hat Fabians Mutter Dorina L. an diesem schweren Tag begleitet. Ihre Reaktion auf die Aussagen der Angeklagten ist eindeutig.
„Für mich sind’s Lügen”
Vier Stunden lang hört Dorina L. am Montag (24. August) der Frau zu, die wegen des Mordes an ihrem achtjährigen Sohn Fabian vor Gericht steht. Sie hatte sich Antworten erhofft. Stattdessen erlebt sie, wie Gina H. die Tat bestreitet, ihre eigene Version der Ereignisse schildert und Vorwürfe gegen andere erhebt.
Für Fabians Mutter ist das kaum auszuhalten. Nach der Verhandlung sagt sie im RTL-Interview: „Für mich sind’s Lügen, was sie dort alles behauptet.“
Besonders wütend macht Dorina, wie die Angeklagte sich ihrer Ansicht nach selbst darstellt. Gina H. inszeniere sich „wieder als kleines zerbrechliches Wesen“ und als Opfer, das von Männern ausgenutzt worden sei. „Und dass sie damit ja gar nichts zu tun haben kann. Und dass sie das alles nicht verstehen kann“, fasst Dorina ihren Eindruck zusammen.
Gina H. bestreitet den Mord an Fabian
Am 22. Verhandlungstag hatte Gina H. erstmals ausführlich zu den Vorwürfen gegen sich Stellung genommen. Nach 21 Prozesstagen des Schweigens verlas sie eine 95 Seiten lange Einlassung und bestritt, Fabian getötet zu haben.
Gleichzeitig stellte sie die bisherigen Aussagen zweier Männer infrage, die sie im Prozess belastet haben. „Die Hauptbelastungszeugen sind als unglaubhaft dargestellt worden. Sie hat faktisch den Spieß umgedreht“, sagt Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter, über Gina H.s Verteidigungsstrategie.
Wer führte wen zu Fabians Leiche?
Ein zentraler Widerspruch betrifft die Nacht, bevor Fabians Leiche von der Polizei gefunden wurde. Gina H. behauptet nun, ihr Bekannter Christian D. habe sie zielstrebig zu dem Tümpel geführt, an dem Fabian lag. Den Ort habe sie vorher nicht gekannt. Christian D. hatte vor Gericht dagegen ausgesagt, dass Gina H. das Gebiet kannte.
Auch ihren Nachbarn Olaf K. belastet die Angeklagte. Dabei geht es unter anderem um ein Messer aus dessen Schuppen, das zeitweise verschwunden gewesen und später wieder aufgetaucht sein soll. Gina H. behauptet, Olaf K. habe die Sache mit dem Messer „mit Sicherheit arrangiert“, um sie zu belasten.
Olaf K. weist das bei RTL entschieden zurück: „Das stimmt hinten und vorne alles nicht.“ Er sei „stinksauer“ und wolle prüfen lassen, ob er gegen die Aussagen vorgehen könne.
„Für mich ist das ein verschwendeter Prozesstag“
Für Dorina L. ändert die umfangreiche Erklärung der Angeklagten nichts. Im Gegenteil. „Für mich ist das ein verschwendeter Prozesstag“, sagt Fabians Mutter nach der Verhandlung. Gina H.s Einlassung habe ihr genau dieses Gefühl bestätigt.
Nach ihrer vierstündigen Erklärung wollte Gina H. zunächst keine Fragen beantworten. Inzwischen hat sie sich umentschieden und will voraussichtlich am Freitag Fragen zulassen. Dann dürften auch die Widersprüche zwischen ihrer Darstellung und den bisherigen Zeugenaussagen eine Rolle spielen.
Für Dorina bedeutet das einen weiteren Tag vor Gericht und weitere Aussagen über die letzten Stunden ihres Sohnes. Ob sie dort Antworten bekommt, die ihr die 95 Seiten von Gina H. bislang nicht geben konnten, bleibt abzuwarten. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche







