Ein Blutstropfen, Fußabdrücke und seltsame GoogleanfragenReichen die Indizien, um Gina H. im Fall des getöteten Fabian (†8) zu überführen?

Am 14. Oktober 2025 wird der acht Jahre alte Fabian tot an einem Tümpel gefunden.
Monate nach dem gewaltsamen Tod des Jungen aus Güstrow rückt die juristische Aufarbeitung näher. Gegen Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vaters, liegt eine Mordanklage vor. Wie der Spiegel berichtet, soll es nur einen Tag vor Fabians Verschwinden am 10. Oktober noch heftigen Streit zwischen Gina H. und Fabians Papa gegeben haben.
Welche Indizien sprechen für Gina H. als Tatverdächtige?
Hunderte Einsatzkräfte suchten damals tagelang nach dem vermissten Jungen, bevor es traurige Gewissheit gab. Es war ausgerechnet Gina H., die die Polizei damals zur Leiche des Grundschülers führte. Anfang November wurde sie festgenommen. Noch muss das Landgericht Rostock entscheiden, ob es die Anklage gegen sie zulässt und die Hauptverhandlung eröffnet. Klar ist aber schon jetzt: Im Mittelpunkt wird die komplizierte Indizienlage stehen.
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Wie der Spiegel berichtet, stützt sich die Anklage auf eine Vielzahl von Indizien. Demnach sollen Videos und Zeugenaussagen darauf hindeuten, dass Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden mit ihrem auffälligen orangefarbenen Pick-up in der Nähe seines Zuhauses war. Außerdem wollen Zeugen ihr Fahrzeug auch in der Nähe des späteren Fundorts gesehen haben.
Ein weiterer Punkt: Schuhspuren am Tatort sollen zu Modellen passen, die auch bei Gina H. gefunden wurden. Besonders brisant ist eine Spur im Auto. Ermittler fanden laut Spiegel einen kleinen Blutfleck von Fabian auf einer Küchenrolle im Wagen der Beschuldigten. Doch genau hier liegt das Problem. Wann diese Spur entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Direkte Beweise fehlen. Niemand hat gesehen, dass Gina H. und Fabian am Tattag zusammen waren. Auch eine Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden und Gina H. hat bis heute kein Geständnis abgelegt.
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Gina H.s Verhalten nach Fabians Verschwinden rückt in den Fokus
Die Ermittler haben sich auch das Verhalten von Gina H. nach Fabians Verschwinden angeschaut. Sie soll versucht haben, sich über Bekannte ein Alibi zu verschaffen. Außerdem habe sie ihr Auto gereinigt und intensiv nach Informationen zu dem Fall recherchiert – unter anderem auch, ob Tiere Leichen fressen, wie der Spiegel schreibt. Auch ihr Auftreten am Fundort sorgt für Zweifel: Ein Beamter beschreibt sie laut dem Bericht als auffallend kühl und distanziert.
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Doch eine weitere Frage ist bisher offen: Warum sollte Gina H. Fabian etwas antun? Auch das bleibt unklar. Am Tag vor Fabians Verschwinden soll sie noch Streit mit ihrem Ex, also dem Vater des Achtjährigen, gehabt haben. Das Paar hatte sich im August 2025 nach mehreren Jahren Beziehung getrennt. Die Beschuldigte selbst bestreitet die Vorwürfe. In einem RTL-Interview sagte sie, sie habe Fabian „geliebt wie ein eigenes Kind“. Sollte das Gericht die Anklage zulassen, wird das Verfahren zeigen müssen, ob die Indizien für eine Verurteilung ausreichen, bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Für Fabians Familie und sein Umfeld bleibt die Hoffnung, dass der Prozess Antworten bringt. (jgr)
Verwendete Quellen: Spiegel, eigene RTL-Recherchen































