Unbegleiteter Koffer an BordHeimflug wird für Ibiza-Urlauber zur Doppel-Tortur

Diese Heimreise dürfte 156 Urlaubern noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein Eurowings-Flug von Ibiza nach Düsseldorf muss wegen eines Gepäckstücks außerplanmäßig in Toulouse landen. Als es endlich weitergeht, wartet schon das nächste Problem: Düsseldorf ist inzwischen keine Option mehr.
Eurowings-Flieger muss außerplanmäßig in Toulouse landen
Eigentlich soll es für 156 Passagiere einfach nur von Ibiza zurück nach Düsseldorf gehen. Doch aus dem planmäßigen Heimflug wird eine regelrechte Odyssee mit zwei Umleitungen.
Flug EW9503 ist am 9. September bereits in der Luft, als die Crew von einem ungewöhnlichen Problem erfährt. Im Frachtraum des Airbus A320 befindet sich ein Gepäckstück, dessen zugehöriger Passagier nicht an Bord ist. Das berichtet das Luftfahrtportal Aerotelegraph.
Statt direkt nach Düsseldorf zu fliegen, landet die Maschine deshalb im südfranzösischen Toulouse. Dort findet eine Sicherheitsüberprüfung statt. Die kostet Zeit. Rund zweieinhalb Stunden später kann der Airbus seine Reise nach Deutschland fortsetzen.
Im Video: Auch im Privatjet ist man vor Turbulenzen nicht geschützt
Zweite Flugumleitung notwendig
Doch damit ist die Tortur für die Passagiere noch nicht zu Ende, denn die lange Pause in Toulouse hat Folgen. Als die Maschine Deutschland erreicht, greifen in Düsseldorf bereits die nächtlichen Flugbetriebsbeschränkungen. Statt am eigentlichen Ziel zu landen, muss der Eurowings-Airbus deshalb noch einmal abdrehen und fliegt weiter nach Köln/Bonn.
Dort kommt er mit knapp viereinhalb Stunden Verspätung an. Und damit waren die Passagiere immer noch nicht am eigentlichen Zielflughafen in Düsseldorf. Die letzte Etappe mussten sie mit dem Bus zurücklegen. Das Mallorca Magazin zitiert einen Eurowings-Sprecher: „Für die 156 Passagiere wurde ein Bodentransport nach Düsseldorf organisiert.“
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Wie kann ein Koffer ohne seinen Passagier mitfliegen?
Eine Frage bleibt bei der ungewöhnlichen Reise natürlich hängen. Wie kann eine Maschine überhaupt abheben, wenn zwar der Koffer, nicht aber der dazugehörige Passagier an Bord ist?
Genau solche Fälle berücksichtigen die europäischen Luftsicherheitsvorschriften. Die EU schreibt Airlines ein Verfahren vor, mit dem sie aufgegebenes Gepäck von Passagieren identifizieren können, die nicht eingestiegen sind oder das Flugzeug vor dem Abflug verlassen haben. Befindet sich der Reisende nicht im Flugzeug, gilt sein entsprechendes Aufgabegepäck als „unbegleitet“.
Unbegleitetes Gepäck darf unter bestimmten Voraussetzungen durchaus fliegen. Liegt jedoch keiner der vorgesehenen Gründe für die Trennung von Passagier und Gepäck vor, greifen zusätzliche Sicherheitskontrollen. Die EU-Regeln sehen unter bestimmten Voraussetzungen vor, das Gepäck auszuladen und vor einer erneuten Verladung nochmals zu kontrollieren. Warum der fehlende Passagier bei EW9503 nicht schon vor dem Start auf Ibiza auffiel, ist bislang nicht geklärt.
Verwendete Quellen: Mallorca Magazin, Aerotelegraph, EUR-Lex


