Gefährliche FallenDrahtseil durch den Wald! Wollte Mann (60) gezielt Mountainbiker ermorden?
Wie kommt man auf so eine Idee?
Ein fast unsichtbarer Draht im Wald – und die Frage: Wollte hier jemand Mountainbiker töten? In Rheinland-Pfalz steht ein Jagdpächter vor Gericht, weil er mehrfach dünne Drähte quer über Wege gespannt haben soll – genau auf Brusthöhe von Radfahrern.
Jäger spannt Drahtfallen für Mountainbiker – jetzt steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht
Ein dünner Draht, von Baum zu Baum gespannt, genau auf Höhe des Oberkörpers – wer mit Tempo einen Trail runterfährt, hat so gut wie keine Chance, ihn rechtzeitig zu sehen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Wer so etwas baut, spielt bewusst mit dem Leben anderer.
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„Wer Vollgas über so einen Trail fährt und dann unvorbereitet hart gestoppt wird, der kann sich schwer verletzen. Ja, es kann sogar zum Tod führen. Und deswegen hat sie versuchten Mord angeklagt“, erklärt RTL-Reporter Karl Wirz, der den Prozess begleitet. Mehrfach soll der Jagdpächter solche Fallen gebaut haben – für die Anklage ein klares Zeichen für Heimtücke, ein klassisches Mordmerkmal.
Der Angeklagte: „Ich wollte nur ein Signal setzen“
Wilhelm Friedrich M., Jagdpächter, lässt die Taten über seine Anwältin einräumen: „Er räumt ein, die Drähte gespannt zu haben“, sagt Strafverteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf vor Gericht. Doch aus ihrer Sicht ist der Fall deutlich weniger mörderisch, als die Anklage behauptet.
Ihr Mandant habe nie den Tod oder schwere Verletzungen gewollt, sondern nur „ein Signal setzen“ – damit endlich jemand mit ihm über den Konflikt mit den Mountainbikern spricht. Dass er billigend in Kauf genommen habe, dass Radfahrer schwer stürzen, weist sie zurück: Er sei sich „sicher gewesen, dass der Draht reißt“. Nach ihrer Darstellung hätten viele Biker nur gedacht, dass ein Ast sie gestreift habe – niemand sei dabei vom Rad gefallen.

„Zu traumatisiert“, um zu reden
Vor Gericht erscheint der Jäger an der Seite seiner Ehefrau, selbst äußern will er sich nicht – seine Anwältin verliest eine Erklärung. Auch gegenüber RTL lehnt er ein Interview ab. Reporter Karl Wirz berichtet: Er habe schon vorab versucht, mit dem Jagdpächter zu sprechen, um zu erfahren, „was ihn geritten hat, das Leben eines Radfahrers aufs Spiel zu setzen“. Über seine Frau lasse der Angeklagte nur ausrichten, er könne nicht sprechen, er sei „zu traumatisiert von der Untersuchungshaft“.
Wie glaubwürdig das ist, müssen nun die Richter beurteilen.
Im Laufe des Prozesses sollen noch zwei Sachverständige aussagen. Sie haben nach Informationen aus dem Gerichtsumfeld selbst getestet, wie gefährlich die gespannten Drähte für Mountainbiker tatsächlich waren – ob sie reißen, ob sie den Fahrer wirklich stoppen, wo sie treffen.
Ihre Einschätzungen werden für das Urteil entscheidend sein: Ging es hier „nur“ um eine unverantwortliche Drohgebärde – oder um eine tödliche Falle im Wald, die den Vorwurf des versuchten Mordes rechtfertigt? Sicher ist schon jetzt: Für viele Radfahrer wird die nächste Tour durch den Wald ein deutlich mulmigeres Gefühl hinterlassen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen


