Seit Wochen ist sie abgetauchtNach Fake-Krankheit-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Medfluencerin „Doc Alina“

Erst der Shitstorm, jetzt ermittelt offenbar die Staatsanwaltschaft.
Influencerin Alina Walbrun (28), bekannt als „Doc Alina“, sorgte im Sommer für Aufsehen, weil sie ihren Followern von einer angeblich bei ihr diagnostizierten Krankheit erzählte. Das Problem: Die Krankheit war frei erfunden – und Teil einer Influencer-Falle. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft München.
So tappte „Doc Alina“ in die Fake-Krankheits-Falle
Alles beginnt mit einem Experiment des YouTubers und Investigativ-Influencers Marvin Wildhage. Für seine Reihe „Influencer Test“ will er herausfinden, wie genau Influencer Werbeanfragen prüfen, bevor sie ihren Followern Produkte oder Informationen empfehlen.
Dafür baut Wildhage mit seinem Team eine komplette Falle: Sie erfinden die angebliche Krankheit „postvirale nasale Hypersensibilität“, denken sich ein Pharmaunternehmen aus und erstellen dazu sogar eine Website und eine Werbekampagne. Anschließend werden Influencer angefragt, gegen Bezahlung auf die vermeintliche Erkrankung aufmerksam zu machen. Schon eine einfache Recherche sollte laut Wildhage zeigen, dass mit der Kampagne etwas nicht stimmt.
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Eine der Angefragten ist Alina Walbrun alias „Doc Alina“, die Hunderttausenden Followern medizinische und gesundheitliche Inhalte vermittelt und zu diesem Zeitpunkt ihr Medizinstudium bereits abgeschlossen hat.
Walbrun nimmt die Kooperation an. Doch sie bewirbt nicht nur die Kampagne: In einer Instagram-Story erzählt sie, die vermeintliche Krankheit sei kurz zuvor bei ihr selbst diagnostiziert worden. Nach einem Infekt leide sie darunter. Zudem beschreibt sie Symptome und bringt dabei Wissen aus ihrem Medizinstudium ins Spiel.
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Der entscheidende Punkt: Diese konkrete Diagnose konnte sie gar nicht bekommen haben – denn die Krankheit hatte Wildhages Team für den Influencer-Test erfunden.
Nach dem Video folgt der Shitstorm
Als Wildhage seine Falle öffentlich macht, gerät die „Medfluencerin” massiv in die Kritik. Walbrun erklärt anschließend, sie habe die erfundene Erkrankung mit einem ähnlich klingenden Krankheitsbild verwechselt, das ihr aus dem Studium bekannt gewesen sei. Sie räumt laut „Netzpiloten.de” außerdem ein, vor Veröffentlichung der Story selbst besser hätte recherchieren müssen. Danach verändert sie Teile ihrer Instagram-Biografie und zieht sich schließlich vollständig aus den sozialen Medien zurück.
Darf sie sich überhaupt „Ärztin“ nennen?
Neben der Fake-Krankheit sorgt noch ein anderer Punkt für Fragen: Walbrun soll sich öffentlich als Ärztin bezeichnet haben. „Netzpiloten“ berichtet, dass die 28-Jährige ihr Medizinstudium zwar abgeschlossen hatte, nach den dortigen Angaben aber noch keine Approbation besaß..
Dabei ist die Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt. Laut Bundesärzteordnung darf sich grundsätzlich nur „Arzt“ oder „Ärztin“ nennen, wer approbiert ist oder über eine entsprechende gesetzliche Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs verfügt.
Und genau dieser Punkt beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Doc Alina“
Auf Anfrage von RTL bestätigt die Staatsanwaltschaft München II, dass gegen Alina Walbrun ein Ermittlungsverfahren läuft. „Die Staatsanwaltschaft München II [führt] ein Ermittlungsverfahren gegen die von Ihnen benannte Person wegen des Verdachts einer Straftat nach § 132a StGB“, erklärt der stellvertretende Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei geht es um den Verdacht des Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen.
Ob Walbrun die Berufsbezeichnung tatsächlich unbefugt geführt und sich damit strafbar gemacht hat, ist damit nicht entschieden. Genau das ist Gegenstand des laufenden Ermittlungsverfahrens.
Von der Influencerin selbst gibt es bislang keine öffentliche Reaktion auf die Ermittlungen. Auf Instagram ist es seit Monaten still um „Doc Alina“.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Bild, Netzpiloten, Die Presse, Instagram/marvin.wildhage































