Studentin soll betäubt und missbraucht worden seinVorwurf der Gruppenvergewaltigung! Mussten Beschuldigte als Strafe nur Aufsätze schreiben?

Die Missbrauchsvorwürfe gegen sieben Männer erschüttern die Elite-Uni.
Die Missbrauchsvorwürfe gegen sieben Männer erschüttern die Elite-Uni.
Heather Ainsworth, AP Photo/Heather Ainsworth

Die Vorwürfe sind erschütternd!
Sieben Mitglieder einer Studentenverbindung an einer amerikanischen Elite-Universität sollen eine damals 20 Jahre alte Studentin unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht haben. Doch nicht nur der mutmaßliche Übergriff sorgt in den USA für Empörung – sondern auch der Umgang der renommierten Cornell University mit dem Fall.

Studentin soll zum Drogenkonsum gedrängt worden sein

Die ehemalige Studentin hat inzwischen Zivilklage gegen sieben Männer, die Cornell University und weitere Beteiligte eingereicht. Der mutmaßliche Übergriff soll sich bereits im Oktober 2024 im Haus der Studentenverbindung Chi Phi in Ithaca im US-Bundesstaat New York ereignet haben. Bislang wurde keiner der sieben Männer strafrechtlich angeklagt.

Lese-Tipp: Bei Flucht nach Gruppenvergewaltigung? Frau stürzt vom Balkon

Doch jetzt beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft erneut mit dem Fall. Laut Klage sollen zwei Männer die damals 20-Jährige dazu gedrängt haben, eine Substanz zu konsumieren, die ihr gegenüber als Ketamin bezeichnet worden sei. Anschließend sollen mehrere Männer die Studentin sexuell missbraucht haben.

RTL+ Streaming Tipp
Nichts ist spannender als die Realität: True Crime auf RTL+
Nichts ist spannender als die Realität: True Crime auf RTL+ jetzt auf RTL+ streamen
Crime, Dokumentation, Drama, Thriller, Real Life, Reportage
Jetzt auf RTL+ streamen

Besonders verstörend sind Nachrichten, die während des mutmaßlichen Übergriffs in einem Snapchat-Gruppenchat der Studentenverbindung verschickt worden sein sollen. Einer der Männer soll darin andere Mitglieder mit einer herabwürdigenden Nachricht darauf aufmerksam gemacht haben, dass sich im oberen Stockwerk eine Frau befinde, und sie damit laut Klage aufgefordert haben, dazuzukommen. Ein Screenshot der Nachricht ist Teil der Klage.

Aufsätze als Konsequenz? Cornell widerspricht

Etwa eine Woche später wurde der mutmaßliche Übergriff laut Klage der Campus- und der örtlichen Polizei gemeldet. Auch die Universität leitete eine interne Untersuchung ein. Besonders für Empörung sorgt nun ein Vorwurf aus der Zivilklage: Demnach soll beschuldigten Studenten die Möglichkeit gegeben worden sein, ihr Verhalten durch das Einreichen von Aufsätzen abzumildern.

Lese-Tipp: Mutiges Mädchen filmt eigene Vergewaltigung – damit man ihr endlich glaubt

Die Cornell University weist die Darstellung zurück, dass das Schreiben von Aufsätzen die einzige Konsequenz für Beteiligte gewesen sei. Die betroffene Chi-Phi-Gruppe sei weiterhin vom Campus ausgeschlossen, erklärte die Universität.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Staatsanwalt prüft Fall erneut

Jetzt könnte der Fall auch strafrechtlich noch einmal Fahrt aufnehmen. Der Bezirksstaatsanwalt von Tompkins County, Matthew Van Houten, will die Vorwürfe einer Grand Jury vorlegen. Seine Behörde prüft, ob neue Beweise eine Strafanklage rechtfertigen. Bislang wurde keiner der sieben Beschuldigten wegen des mutmaßlichen Übergriffs angeklagt. Ob es nach fast zwei Jahren nun zu einem Strafverfahren kommt, hängt von den weiteren Ermittlungen und der Prüfung durch die Staatsanwaltschaft ab. (lmi)

Verwendete Quellen: nypost.com, watson.ch, abcnews.com