Jahrelang führte sie ein DoppellebenMama bringt ihre Kinder zur Schule – danach fährt sie zum Kokain-Dealer

„Es übernimmt deinen Körper und dein Leben.“
Nach außen ist Sheena eine ganz normale Dreifach-Mama – doch jahrelang führt sie ein geheimes Doppelleben. Nachdem sie ihre Kinder zur Schule gebracht hat, fährt sie auf dem Höhepunkt ihrer Sucht fast täglich los, um Kokain zu holen. Jetzt spricht die Mutter offen darüber, wie die Droge ihren Familienalltag bestimmte – und wie sie schließlich den Absprung schaffte.
Nach außen scheint Sheenas Familienleben perfekt
Verheiratet, drei Kinder, ein eigenes Floristik-Unternehmen: Von außen betrachtet scheint Sheena Lennon (37) ein glückliches Familienleben zu führen. Morgens steht sie wie andere Eltern auf dem Schulhof und bringt ihre Kinder zum Unterricht. Doch während andere Mütter vielleicht überlegen, ob Sportsachen und Schulbücher eingepackt sind, kreisen Sheenas Gedanken um etwas völlig anderes: Kokain.
Im „The Sun”-Interview erzählt die 37-Jährige jetzt offen von ihrem jahrelangen Doppelleben. Selbst auf dem Schulhof habe sie irgendwann darüber nachgedacht, wann sie die erste Line des Tages nehmen könne. Ihre Sucht bleibt auch für ihre Kinder nicht ohne Folgen.
„Ich würde nicht sagen, dass ich eine schlechte Mutter war“, sagt Sheena. „Ich war da, aber ich war nicht da.“ Körperlich sei sie zwar mit ihren Kindern zu Hause gewesen – wirklich präsent aber nicht.
Hilfe bei Problemen mit Drogen oder Alkohol
Habt ihr selbst oder Menschen, die euch nahestehen, Probleme mit Alkohol oder Drogen? Unter der Telefonnummer 01806 – 313 031 oder unter www.sucht-und-drogen-hotline.de findet ihr Hilfe.
Aus dem Party-Konsum wird ein geheimes Doppelleben
Mit Kokain kommt Sheena nach eigener Aussage schon als Teenagerin in Kontakt. Mit etwa 15 oder 16 Jahren habe sie beim Feiern erstmals Drogen genommen. „Ich war ein ziemliches Partytier“, erinnert sie sich im Interview. Kokain habe sich beim ersten Mal für sie so gut angefühlt, dass sie es wieder nehmen wollte. Bald konsumiert sie jedes Wochenende.
Während ihrer drei Schwangerschaften nimmt Sheena nach eigener Aussage keine Drogen. Doch danach schleicht sich das Kokain wieder in ihr Leben. Als junge Mutter von zwei kleinen Kindern sei sie häufig allein gewesen, weil ihr Partner beruflich oft unterwegs gewesen sei. Die Droge wird für sie nach eigener Aussage zum „Ausweg“.
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Zunächst konsumiert sie etwa eine Tüte pro Woche. Dealer hätten ihr die Drogen teilweise sogar durch den Briefschlitz geworfen. Erst später wird Sheena bewusst, wie lange sie die Sucht bereits begleitet: Rund zehn Jahre habe sie Kokain regelmäßig am Wochenende genommen. Aus dem gemeinsamen Konsum beim Feiern wird nach und nach der Konsum allein zu Hause. 2024 gerät die Situation dann endgültig außer Kontrolle.
Nach dem Schulweg fährt Sheena los, um Kokain zu holen
Auf dem Höhepunkt ihrer Sucht sei Kokain fester Bestandteil ihres Alltags gewesen. Sheena bestellt die Droge teilweise bereits vor, um sie gleich abzuholen, wenn sie ihre Kinder zur Schule gebracht hat. „Ich brachte meine Kinder zur Schule und fuhr dann morgens los, um [die Drogen] abzuholen“, erzählt sie.
Sheena beschreibt, wie sehr die Sucht ihre Gedanken bestimmt: Sie habe das Gefühl gehabt, eine Line zu brauchen, „um durch den Tag zu kommen“. Das Kokain habe dafür gesorgt, dass sie über nichts mehr nachdenken musste. „Es übernimmt deinen Körper und dein Leben“, sagt sie rückblickend.
In dieser Phase gibt Sheena nach eigenen Angaben rund 80 Pfund am Tag und etwa 500 Pfund pro Woche für Kokain aus – ihre monatlichen Ausgaben für die Droge schätzt die Dreifach-Mutter auf rund 2.000 Pfund. Sie spricht von zwei Tüten am Tag. Auch körperlich hinterlässt der Konsum Spuren: Gegen Ende habe sie immer wieder wunde, verkrustete Stellen in der Nase gehabt.
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Der Tod ihres Vaters wird zum Wendepunkt
2024 stirbt Sheenas Vater. Sie ist bei ihm, als er seinen letzten Atemzug macht – und dieser Verlust wird für sie zum Weckruf. „Ich wollte schon sehr lange raus und konnte einfach nicht raus“, erzählt sie. Gleichzeitig zerbricht auch beruflich immer mehr. Ihre Sucht zerstört nach Sheenas Aussage sogar ihr Floristik-Unternehmen. Sie erreicht ihren Tiefpunkt.
Eine Freundin habe ihr schließlich vorgeschlagen, ein Treffen der Narcotics Anonymous (Anonyme Drogenabhängige) zu besuchen, einer Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Suchtproblemen. Sheena geht hin.
„Ich wollte unbedingt für meine Familie und für mich selbst aufhören“, sagt sie. Gleichzeitig habe sie dort etwas Entscheidendes gelernt: „Man muss für sich selbst in die Genesung gehen.“ Im April 2025 hört Sheena nach eigenen Angaben endgültig mit dem Kokain auf.
Heute ist sie seit mehr als einem Jahr clean, sagt Sheena – und auch beruflich hat sie noch einmal von vorne angefangen. Sie habe ein neues Floristik-Unternehmen gegründet, besucht Weiterbildungen und sagt, ihr Geschäft laufe besser als je zuvor. Heute weiß sie: Ohne ihre Genesung hätte sie all das niemals geschafft.
Sheena will anderen Suchtkranken Mut machen
Über die dunkelste Zeit ihres Lebens spricht Sheena heute ganz bewusst öffentlich. Nicht, um ihre Vergangenheit schönzureden – sondern um Menschen zu erreichen, die selbst das Gefühl haben, keinen Ausweg aus ihrer Sucht zu finden.
Denn Sheena kennt dieses Gefühl nur zu gut. Jahrelang funktioniert ihr Leben nach außen weiter: Kinder, Partnerschaft, Arbeit. Gleichzeitig bestimmt Kokain im Verborgenen immer stärker ihren Alltag. Heute möchte die Dreifach-Mama deshalb vor allem eine Botschaft weitergeben: Ein Ausstieg ist möglich.
„Mein Rat an andere Menschen ist: Es gibt Licht am Ende des Tunnels.” Shena weiß aus eigener Erfahrung: „Ihr könnt und werdet da rauskommen.“
Verwendete Quelle: The Sun































