Sie hatten sich 50 Jahre lang nicht gesehenMutter (90) träumt von ihrem vermissten Sohn, dann meldet er sich plötzlich bei ihr

José Walter da Silva findet seine Familie wieder
José Walter da Silva aus Brasilien findet nach 50 Jahren seine Familie wieder.
Rathaus Guarujá

Sie konnte ihn nie vergessen!
Es ist 50 Jahre her, dass eine Frau aus Brasilien das letzte Mal etwas von ihrem Sohn gehört hat. Damals zieht José Walter da Silva aus dem Bundesstaat Paraíba in die Nähe der Metropole São Paulo. Dann bricht der Kontakt zu seiner Familie ab – bis die heute 90 Jahre alte Frau plötzlich nachts von ihrem Sohn träumt.

José lebte 2.860 Kilometer von seiner Mutter entfernt

Wie brasilianische Medien berichten, passiert am Tag danach dann das Wunder: Mutter und Sohn sehen sich zum ersten Mal nach 50 Jahren wieder. Die beiden sprechen in einem Video-Call miteinander.

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José ist inzwischen auch schon 75 Jahre alt. Er lebt in Guarujá, einer Küstenstadt im Bundesstaat São Paulo, auf der Straße. Er kam damals zusammen mit einem Freund in die dorthin, wie das Nachrichtenportal G1 berichtet. Er wollte Arbeit finden, doch sein Freund habe ihn im Stich gelassen, erzählt José.

José Walter da Silva kann mit seiner Mutter telefonieren
Eine Sozialarbeiterin hilft José Walter da Silva, seine Familie nach 50 Jahren wiederzufinden.
Rathaus Guarujá

Sozialarbeiterin veröffentlicht Anzeige in der Heimatstadt des 75-Jährigen

Ohne Geld und ohne Perspektive konnte der Mann offenbar auch nicht zu seiner Familie zurück. Seine Situation ändert sich erst, als er mit schweren Atemproblemen in die Notaufnahme gebracht wird. Es geht ihm schnell besser, aber die Ärzte wollen den 75-Jährigen nicht einfach wieder auf die Straße entlassen. Stattdessen bringen sie ihn in eine Obdachlosenunterkunft.

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Dort erzählt José den Sozialarbeitern, dass er eine Familie hat, die er seit 50 Jahren nicht gesehen hat. Ohne zu wissen, ob die Mutter des Mannes überhaupt noch am Leben ist, beschließt die Koordinatorin der Unterkunft, dem Mann zu helfen. Sie veröffentlicht eine Anzeige in einem Internetforum seiner Heimatstadt – mit Erfolg!

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José (75) kann nach 50 Jahren das erste Mal mit seiner Mutter sprechen

Nur wenige Stunden nachdem die Anzeige online ist, meldet sich Josés Nichte. Sie stellt Kontakt zu ihrer Mutter – Josés Schwester, die noch ein Kind war, als ihr Bruder verschwand – her. Und dann sorgt sie dafür, dass ihre Oma mit dem verlorenen Sohn telefonieren kann. Alle sind überglücklich, ihn nach all den Jahren des Hoffens und Bangens endlich wiedergefunden zu haben.

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Die Familie würde den obdachlosen José nun gern auch bei sich in Paraíba aufnehmen, damit er nicht länger auf der Straße leben muss. Aber auch die Verwandten haben nicht genug Geld, um ihm die rund 2.860 Kilometer weite Fahrt zu bezahlen. Ob seine Mutter ihn nach 50 Jahren der Trennung noch mal in die Arme schließen kann, ist also noch nicht klar. Wie G1 berichtet, lebt die Schwester des Mannes nicht ganz so weit weg in Rio de Janeiro. Sie will ihren Bruder vorerst bei sich aufnehmen. (jgr)