Mit Schlafmittel betäubt und vergewaltigt: Jahrelang wird Zoe von ihrem eigenen Mann sexuell missbraucht
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Über Telegram finden sich Männer zusammen und tauschen sich darüber aus, wie sie ihre Frauen am besten betäuben können, um sie anschließend zu vergewaltigen. Das haben vor rund anderthalb Jahren die Recherchen von deutschen Journalistinnen ergeben. Nun sorgt eine neue Recherche aus den USA für Entsetzen.
Zoe Watts schämt sich lange für das, was ihr ihr eigener Mann angetan hat.
O-Ton Zoe: "Es gäbe diesen Ruf. Und meine Jungs würden mit einem solchen Ruf aufwachsen und wüssten, was ihr Vater getan hat."
Ein Gefühl das viele Opfer kennen und deshalb schweigen. Zoe denkt sie ist allein, doch die Realität zeigt, es gibt unzählige Frauen, denen ähnliches wiederfährt.
BLENDE
Zoe Watts lernt ihren Mann als Teenagerin kennen. Sie vertraut ihm. Jahre später gesteht er ihr plötzlich, was er ihr angetan hat.
O-Ton: "Ich habe das Schlafmittel unseres Sohnes in deinen Tee gemischt,um dich zu fesseln, Fotos von dir zu machen und dich zu vergewaltigen."
Lange Zeit versteht Zoe nicht, wie ihr das passieren konnte. Sucht die Schuld bei sich selbst. Immer wieder quälen sie diese Gedanken.
O-Ton Zoe: "Wir machen uns Sorgen, dass er uns folgt, wenn wir die Straße entlanggehen. Wir machen uns Sorgen, wenn wir spät abends zu unserem Auto gehen. Aber wir machen uns keine Gedanken darüber, neben wen wir uns hinlegen. Mir war nicht klar, dass ich das tun muss."
BLENDE
Zoe Watts ist nur eine von vielen Frauen, die Opfer von sexuellem und digitalem Missbrauch durch ihren eigenen Mann geworden sind. Im Internet kursieren tausende Videos, die mutmaßlich bewusstlose Frauen zeigen. Große Plattformen verzeichnen Millionen Zugriffe im Monat. Beliebt dabei: Hashtags wie „Eye-Check", zu Deutsch: Augencheck. Sie sollen zeigen, dass die Frauen wirklich schlafen.
Wie schwierig es werden kann, die Männer für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen, zeigt der Fall von Amanda. Ihr Partner missbrauchte sie 5 Jahre lang.
OT Amanda: "Wo ich absolut entsetzt war, war als er einen sexuellen Akt in meinem Gesicht ausgeübt hat, als ich bewusstlos war. // Und die Polizei sagte zu mir: Das können wir nicht verwenden. Das ist kein eindeutiger Beweis, weil es aussieht, als ob Sie nur so tun, als ob Sie schlafen."
Ihr ehemaliger Partner wird wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Übergriffe angeklagt. Er nimmt das Leben, noch bevor er sich offiziell vor Gericht verantworten muss.
Für die Opfer kommt erschwerend hinzu, dass einige Medikamente bereits nach 12 Stunden nicht mehr nachzuweisen sind. Opfer erkennen oft erst viel später, was passiert ist.
Und während sie versuchen Gerechtigkeit für ihre Fälle zu bekommen, verbinden sich weitere Männer in Telegrammgruppen. Eine Reporterin von CNN hat es geschafft mit falschem Namen in eine solche Gruppe aufgenommen zu werden. Hier schreibt sie mit einem Mann aus Polen, der ihr prompt ein Foto von einer Frau schickt.
Reporterin: "Ist das deine Frau?" // MANN: "Ja, ich hab noch ein paar Fotos aber es ist schwierig für mich sie zum Einschlafen zu bringen." // Reporterin: "Wie machst du es" // Mann: "Mit ein bisschen Alkohol und einer Tablette."
Die Journalistin geht mir ihren Recherchen zur Polizei. Die Telegrammgruppe verschwindet zwar. Aber es ist ein Muster, das die Behörden gut kennen. Eine Gruppe geht offline, dafür taucht eine andere wieder auf.
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Monate lang verheimtlich Zoe Watts den Missbrauch durch ihren Mann. Kämpft mit schweren Panickattacken. Irgendwann ruft ihre Mutter dann die Polizei.
O-Ton Zoe: "Manchmal dachte ich: Das ist nicht richtig, was soll das nur bedeuten? Wie würde unsere Familie aussehen? Die Kinder wären ohne Vater."
Ihr Mann wird zu elf Jahren Haft verurteilt. Aber vielleicht ist Zoe mit ihrer Geschichte ein Vorbild für vielen Frauen: Ihren Mut zusammenzunehmen, ihre Geschichte öffentlich zu machen und die Scham zu überwinden.
