„Das Ganze verfolgen ja viele Menschen gerade gespannt. So auch wir. Deswegen schauen wir noch mal rüber in die Wismarer Bucht zu unserem Reporter Lothar Keller. Also Lothar, eigentlich war gestern früh die Erleichterung erst mal groß, da war der wahlfrei, dann ist er wieder gestrandet. Jetzt soll er wieder schwimmen und jetzt liegt er wieder auf. Es ist ein munteres Hin und Her, Also nimm uns mal an die Hand. Was ist jetzt der aktuelle Stand der Situation?“
„Ja, in der Tat. Heute Morgen tauchte der Wal dann hier in der Wismarer Bucht wieder auf. Er hat sich gestern Abend am späten Abend wohl von der Sandbank befreit, auf der er da gewesen ist. Aber weit ist er nicht gekommen. Dann ist er auch noch in die falsche Richtung geschwommen. Also er liegt jetzt ungefähr 600 Meter hier hinter uns, relativ nah an der Küste der Wismarer Bucht dran. Man sieht, dass er atmet. Manchmal hört man ihn auch, aber bewegen tut er sich nicht. Die Frage ist jetzt. Liegt er wieder auf einer Sandbank? Ruht er sich da nur aus? Das kann man nicht genau sagen. Die Wasserschutzpolizei ist eben in größerer Entfernung mal kurz vorbeigefahren. Und hier vom Land, vom Umweltministerium hören wir, dass jetzt ein Boot vorbereitet wird, wo dann auch Experten drauf sind. Und dann will man sich diesem Wal wieder nähern, um zu schauen, in welcher Lage er denn da ist. Aber tatsächlich wieder feststeckt.“
„Gibt es möglicherweise direkt die nächste Rettungsaktion oder den Versuch eben dieser. Aber jetzt ist so oder so, der war ja noch weiterhin viele, viele Kilometer von seinem natürlichen Habitat entfernt. Müsste er erst mal rüber in die Nordsee und dann von dort aus in den Atlantik schwimmen. Wie stehen die Chancen dafür, dass er das überhaupt schafft?“
„Die Chancen sind wahrscheinlich nicht besonders groß, denn das Tier ist ja nun schon mehrere Tage hier unterwegs. Es wird sehr wenig gefressen haben. So ein Buckelwal ist ein Jungtier, 12 Meter lang ungefähr, glaube ich. Der braucht 100 Kilo oder mehr an Hering. Krebstieren jeden Tag. Die hat er natürlich nicht gehabt. Das schwächt ihn. Außerdem ist seine Haut offensichtlich stark in Mitleidenschaft gezogen dadurch, dass das Wasser hier in der Ostsee zu wenig Salz hat. Auch das dürfte ihn schwächen und ihm Probleme bereiten. Jedenfalls muss das Tier, um in die Nordsee und den Atlantik zu kommen, die ganze Küste hoch bis an die Nordspitze von Dänemark. Skagerrak und dann rüber. Das sind mehrere 100 Kilometer. 600 Kilometer etwa. Oder noch mehr. Und es gibt nicht so viele Chancen, nicht so viele Möglichkeiten, dass er das tatsächlich schaffen könnte. Und er muss ja überhaupt erst mal in die richtige Richtung finden. Und das fällt dem Tier ja bislang schwer. Im Moment hat es der Wal nicht mal geschafft, hier aus der Wismarer Bucht rauszukommen.“
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche