Geburtstagsausflug landet vor GerichtEltern schlagen nörgelndes Kind – so rechtfertigen sie sich bei RTL!

von Samina Faizi, Anna Pauly und Jan Luhrenberg

„Es war bloß ein Klaps.”
Ein Ausflug zum Geburtstag mit ihrem Sohn Paul (7) hat für Michaela M. und ihren Mann ein böses Nachspiel: Sie müssen sich am Mittwoch (18. Februar) in Berlin vor Gericht verantworten. Der Grund: Sie haben ihr Kind in aller Öffentlichkeit geschlagen. Über den folgenschweren Tag und die Momente vor dem Schlag sprechen die Eltern nun im RTL-Interview.

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Vater schlägt Sohn auf den Kopf – Passantin greift ein!

Im Jahr 2024 passiert es: Nach einem Besuch des Fernsehturms auf dem Alexanderplatz, ganz in der Nähe der beliebten Attraktion, hat der damals Sechsjährige einen seiner häufigen Wutanfälle, wie Mama Michaela sagt. Stundenlang geht das so – bis den Eltern die Nerven durchgehen. Michaelas Mann ist dann derjenige, der zuschlägt, wie die Mutter sagt. Ein Schlag mit der flachen Hand, keine Ohrfeige, kein Faustschlag.

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Es ist ein Ausrutscher mit Folgen! Marianne Vogel beobachtet den Vorfall, als sie mit ihrem Fahrrad unterwegs ist. Die Zeugin zu RTL: „Der Kleine hat so doll geweint. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und da hat der Herr den Jungen von hinten so richtig auf den Kopf geschlagen und dann ist er hingefallen. Und danach von der Frau auch nochmal und der hat so geweint.” Die 70-jährige Rentnerin geht zur Polizei – und der Fall nimmt Fahrt auf!

Verfahren gegen ein Elternpaar, das ihr gemeinsames Kind nach einem Besuch des Fernsehturms auf dem Alexanderplatz wegen dessen „Missgelauntheit“ geschlagen haben soll.
Michaela M. und ihr Mann sitzen im Gerichtssaal.
RTL

Am Prozesstag verstehen Michaela M. und ihr Mann aber weiterhin noch nicht so recht, warum sie heute überhaupt hier sein müssen. Die Mama sagt: „Wir haben nichts Verbotenes gemacht, dass wir jetzt gleich vor Gericht stehen müssten.”

Sie schieben ihre Kurzschlussreaktion auf eine Entwicklungsstörung ihres Sohnes: „Er ist krank, hat ADHS. Das wussten wir noch nicht.” Und weiter: „Jetzt nimmt er Medikamente dagegen. Und er ist viel ruhiger und hatte auch die Wutanfälle nicht mehr.”

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„Wir wissen jetzt, wie wir mit ihm umgehen müssen”

Zum Prozess am Mittwoch (18. Februar) bringen die Eltern den kleinen Paul mit – wollen so nach eigenen Angaben auch zeigen, dass es ihm gut. Die Mutter versichert im RTL-Interview: Der Erziehungsstil ist sonst ganz anders, Schläge stehen nicht an der Tagesordnung.

Verfahren gegen ein Elternpaar, das ihr gemeinsames Kind nach einem Besuch des Fernsehturms auf dem Alexanderplatz wegen dessen „Missgelauntheit“ geschlagen haben soll.
Michaela M. spricht am Rande des Prozesses mit RTL, neben ihr Sohn Paul (7).
RTL

„Wir lieben unser Kind. Und wir wissen auch, wie wir jetzt mit ihm umgehen müssen.” Hilfe hätten sie dabei unter anderem vom Jugendamt bekommen. „Wir wissen, wie wir ihn handhaben müssen. Und das geht ohne Schläge. Logisch!”

Doch der Prozess ist unausweichlich. Denn: Wenn die Hand ausrutscht, können Eltern bestraft werden – sogar bis zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe. Pauls Eltern kommen beim Urteil der Richterin mit einer Geldstrafe davon – jeweils 70 Tagessätze, à 15 Euro für die Mutter und à 20 Euro für den Vater. Außerdem müssen die Eltern die Kosten des Verfahrens tragen. Sie können binnen einer Woche Rechtsmittel einlegen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche