Todesursache nach Obduktion geklärtBella (3) ist ertrunken – doch das Rätsel um den Pool bleibt

Jetzt herrscht traurige Gewissheit.
Die dreijährige Bella aus Preetz (Schleswig-Holstein) ist ertrunken. Das bestätigt die Obduktion des Mädchens. Hinweise auf eine Gewalttat gibt es nicht. Doch eine entscheidende Frage bleibt offen: Wie konnte Bella in dem Pool sterben, obwohl dieser während der großen Suchaktion bereits kontrolliert worden war?
Obduktion bestätigt: Bella ist ertrunken
Die Rechtsmedizin hat die Todesursache der Dreijährigen inzwischen geklärt. „Wir gehen von einem Ertrinkungstod aus“, sagt Oberstaatsanwalt Michael Bimler im Gespräch mit RTL. „Es sieht alles nach einem Unfall aus.”
Lese-Tipp: Polizei geht nach Tod von Bella (3) nicht von einer Straftat aus
Damit bestätigt die Obduktion die erste Einschätzung der Ermittler. Bereits kurz nach dem Fund hatte die Polizei erklärt, derzeit nicht von einem Fremdverschulden oder einer Straftat auszugehen. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass das Mädchen mit Gewalt unter Wasser gedrückt wurde oder ähnliches“, erklärt der Oberstaatsanwalt.
Ganz abgeschlossen sind die Ermittlungen damit allerdings nicht. „Dennoch müssen wir die weiteren Ermittlungen abwarten, ob der Verdacht einer Straftat besteht“, betont Bimler. Geprüft wird im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens unter anderem, ob möglicherweise eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgelegen haben könnte. In einem solchen Fall könnte grundsätzlich der Verdacht einer fahrlässigen Tötung im Raum stehen. Ob es dafür konkrete Anhaltspunkte gibt, ist bislang nicht bekannt.
Warum wurde Bella nicht früher im Pool gefunden?
Bella war am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr leblos auf einem Grundstück in Preetz entdeckt worden. Das Kind lag in einem Pool im Garten des Elternhauses. Der Bereich ist nach RTL-Informationen von der Straße aus nicht direkt zugänglich, sondern über das Elternhaus oder angrenzende Grundstücke erreichbar.

Das wirft Fragen auf. Denn nach Angaben der Polizei war der Bereich um den Pool bereits während der Suche am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag mehrfach kontrolliert worden. Auch Diensthunde waren nach Polizeiangaben mehrfach auf dem Grundstück. Wann Bella in den Pool gelangte und warum sie bei den vorherigen Suchmaßnahmen nicht entdeckt wurde, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Auch die Frage, wann genau die Dreijährige starb, ist noch offen. „Die Untersuchungen zum Todeszeitpunkt sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Bimler im Interview mit RTL. Gerade bei Wasserleichen kann die Bestimmung des Todeszeitpunkts schwierig sein. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist normalerweise die Körpertemperatur. Im Wasser verändert sich die Abkühlung des Körpers jedoch anders als an der Luft. Deshalb ist möglich, dass die Rechtsmedizin den Todeszeitpunkt nicht exakt, sondern lediglich auf einen Zeitraum eingrenzen kann.
Stundenlange Suche nach der Dreijährigen
Bella war seit Mittwochmittag vermisst worden. Ihre Eltern meldeten die Dreijährige als vermisst, woraufhin Polizei und Feuerwehr eine großangelegte Suchaktion starteten. Auch zahlreiche Anwohner beteiligten sich.

Die Suche gestaltete sich besonders schwierig: Bella war autistisch sowie seh- und höreingeschränkt. Einsatzkräfte suchten mit Spürhunden, Drohnen und zeitweise einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera nach ihr. Am Donnerstagmorgen dann die traurige Nachricht: Das Mädchen wurde leblos gefunden. Jetzt steht fest, woran Bella starb – doch die genauen Umstände ihres Todes sind weiterhin ungeklärt.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Polizei, Staatsanwaltschaft


