Im Kampf gegen das RegimeBaby Rider ist tot: Iranische Influencerin bei Protesten erschossen

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Diana Bahadori liebte starke Motorräder, in sozialen Medien erfreute sie sich als „Baby Rider” großer Beliebtheit.

Ermordet, weil sie für die Freiheit demonstrierte.
Die iranische Influencerin Diana Bahadori ist tot. Sie wurde nur 19 Jahre alt. Die mutige junge Frau wurde von Schergen des Mullah-Regimes erschossen, als sie an Protesten gegen die Regierung teilnahm.

Behörden zwingen Dianas Familie dazu, ihren Tod als „Unfall” zu bezeichnen

Wie „Iranwire“, ein unabhängiges Nachrichtenportal, berichtet, protestierte Bahadori in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar mit anderen Menschen in der Gorgan, der Hauptstadt der Provinz Golestan. Dabei sei sie von Sicherheitskräften erschossen worden.

Bahadori war eine Berühmtheit im Iran, unter dem Namen „Baby Rider“ war sie in sozialen Medien unterwegs. mehr als 200.000 Menschen folgten ihr. Sie liebte starke Motorräder, gern zeigte sie sich ohne Kopftuch. Eine Provokation für die Religionsfanatiker, die das Land regieren und das Volk unterdrücken.

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Zwei Tage lang galt sie nach der Demonstration als vermisst, ehe ihrer Familie die Leiche der Teenagerin übergeben wurde. Auf der Internetseite der jungen Frau wurde ein Beitrag gepostet, in dem es heißt, sie sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. „Der Vorfall mit der lieben Diana war auf einen Unfall zurückzuführen. Die Familie trauert zutiefst. Bitte verbreiten Sie keine Gerüchte“, ist dort zu lesen.

Moderne junge Frauen sind für die Mullahs eine Bedrohung

„Iranwire“ bezeichnet Bahadori als Repräsentantin einer „bestimmten Bevölkerungsgruppe, die die Islamische Republik als Bedrohung empfindet: junge, moderne Frauen, die den öffentlichen Raum für sich beanspruchen.“

Offenbar wurde Bahadoris Familie dazu gezwungen, dieses Statement abzugeben., berichtet das Portal weiter. Geheimdienst und Sicherheitsbehörden haben die Familie demnach unter Druck gesetzt, damit sie den Anschein erwecken, dass nicht das Regime hinter dem Mord steckt.

Das Vorgehen sei nicht ungewöhnlich. Familien würde häufig angerdroht, dass andere Kinder verhaftet oder ihnen die Leiche vorenthalten würde, wenn sie keine öffentliche Erklärung mit falschen Angaben machen würden, heißt es weiter.

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Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der islamischen Republik aus. Die Behörden gehen mit großer Brutalität gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana wurden mehr als 5.800 Demonstrierende getötet, andere Schätzungen gehen demnach sogar von bis zu 25.000 Toten aus.

Verwendete Quellen: Iranwire; AFP