Wurde sie Opfer eines berüchtigten Serienkillers?Keren (20) ist im fünften Monat schwanger, als sie plötzlich verschwindet

Bis heute warten ihre Angehörigen auf Antworten.
Es ist der 26. Februar 1971. Keren Rowland will sich einen schönen Abend im australischen Canberra machen. Spontan fährt die 20 Jahre alte Frau in die Stadt, um ihre Schwester abzuholen. Die jungen Frauen wollen zu einer Party. Doch Keren wird nie dort ankommen.
Keren Rowland beibt abends mit dem Auto liegen
Kerens Schwester fährt bei ihrem Verlobten im Auto mit, Keren folgt ihnen in ihrem eigenen Auto. Die 20-Jährige hat sich schick gemacht. Sie trägt ein lila-weiß geblümtes Kleid und einen blauen Pullover. Sie ist im fünften Monat schwanger. Doch mitten auf der Strecke geht der 20-Jährigen gegen 21 Uhr plötzlich das Benzin aus. Sie bleibt mit dem Auto am Straßenrand liegen.
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Die anderen bemerken nicht, dass sie nicht mehr hinter ihnen fährt und Keren bleibt allein auf der dunklen Straße zurück. Was dann passiert, kann die Polizei nur mit Zeugenaussagen aus der Nacht versuchen zu rekonstruieren.
Keren steigt zu einem Fremden ins Auto
Andere Autofahrer beobachten noch, wie Keren aus ihrem Auto steigt, auf ein dunkles Auto zuläuft und wie der Fahrer in dem Wagen sich herüberbeugt, um ihr die Tür aufzumachen. Ein Stück entfernt bemerkt ein Zeuge kurze Zeit später eine schreiende Frau in einem dunklen Auto. Und ein weiterer Hinweisgeber meldet sich bei der Polizei, der eine Frau, auf die Kerens Beschreibung passt, von einem dunklen Auto wegrennen sieht.

Danach verliert sich die Spur der Schwangeren. Kerens Familie ist sofort in großer Sorge und meldet die 20-Jährige als vermisst. Es dauert aber drei Monate, bevor klar ist, was mit ihr passiert ist. In der Doku „Ivan Milat: Der Rucksack-Mörder“ auf RTL+ erinnert sich Kerens jüngerer Bruder Steven an den Tag. Sein Onkel kam ihn von der Arbeit abholen, erzählt er. „Als ich ihn sah, wusste ich sofort warum“, sagt Steven. Auch all die Jahre später stockt ihm noch die Stimme. Sein Onkel habe ihm nur gesagt, dass er besser nach Hause kommen soll.
Drei Monate später findet ein Spaziergänger Kerens Leiche
Dort gibt es schlimme Nachrichten von der Polizei: Seine Schwester Keren Rowland wurde gefunden. Die Leiche der jungen Frau liegt in einem Waldstück, nicht weit von dem Ort entfernt, an dem das Auto der 20-Jährigen stehen geblieben ist. Ein Spaziergänger entdeckte die Tote zufällig. Sie liegt in einer Senke und ist nur notdürftig mit Tannennadeln bedeckt.
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Bis heute ist nicht klar, wer genau die schwangere Frau damals mitgenommen hat und wer dafür verantwortlich ist, dass sie tot im Wald endet. Jahrzehntelang warten Kerens Angehörige auf Antworten. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass Keren und ihr ungeborenes Baby ermordet wurden. Der Täter muss sie dann zum Fundort der Leiche geschleift haben. Ihre Habseligkeiten, wie ihr Rucksack, liegen verstreut im Wald. Eine genaue Todesursache kann damals nicht mehr bestimmt werden. Die Experten in der Doku halten es aber für sehr wahrscheinlich, dass die 20-Jährige erwürgt wurde.

War Keren das erste Opfer des Serienkillers Ivan Milat?
Für die Doku „Ivan Milat: Der Rucksack-Mörder“ schauen sich Kriminalexperten eine Reihe von ungelösten Mordfällen an und prüfen, ob sie vielleicht dem berüchtigten australischen Serienkiller Ivan Milat zugeordnet werden können. Er wird wegen der Morde an sieben Rucksacktouristen in den Jahren 1989 und 1992 verurteilt und stirbt 2019 im Gefängnis.
Hat er auch Keren auf dem Gewissen? Die Experten in der Doku halten das für gut möglich. Es könnte Milats erster Mord gewesen sein. Keren war damals vermutlich ein Zufallsopfer, das seine Lust am Töten geweckt haben könnte. Viele Details am Tatort ähneln den Fällen, die dem Serienkiller nachgewiesen werden konnten. Er soll damals in der Gegend gearbeitet haben, wo Keren verschwindet. Er besitzt auch ein Auto in einem dunklen Goldton, das bei schlechtem Licht braun aussieht.
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Ivan Milat hat die Tat nie gestanden
Und noch etwas fällt auf: Milat soll immer dann gemordet haben, wenn er einen Verlust erlitten hat. Kurz bevor Keren verschwindet, stirbt die Schwester des Serienkillers bei einem Autounfall. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang? Bis heute fehlt der entscheidende Beweis und Bruder Steven muss weiter auf Gewissheit warten. „Es gibt jemanden, der Keren und ihr ungeborenes Baby getötet hat. Jemand muss etwas darüber wissen“, ist er sich sicher.
Verwendete Quellen: „Ivan Milat: Der Rucksack-Mörder“, Australian Capital Territory Policing
































