Es ist nicht seine erste TatAktenzeichen XY zeigt Phantombild – neue Hinweise auf Vergewaltiger von Bad Salzuflen

Der Mann auf dem Phantombild kam zahlreichen Zuschauern bekannt vor
Der Mann auf dem Phantombild kam zahlreichen Zuschauern bekannt vor
Polizei Nordrhein-Westfalen

Zuschauer nennen der Polizei konkrete Namen.
Seit fast zwei Jahren sucht die Polizei nach dem Mann, der eine damals 18-Jährige in Bad Salzuflen vergewaltigt haben soll. Jetzt könnte die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ Bewegung in die Ermittlungen bringen. Mehrere Zuschauer glauben, den Mann auf einem Phantombild erkannt zu haben.

„Das ist mein Nachbar” oder „das ist mein Arbeitskollege“

Genau auf solche Hinweise haben die Ermittler gehofft. Am Mittwochabend (19. August) zeigt „Aktenzeichen XY... ungelöst“ einem Millionenpublikum das Phantombild des gesuchten Mannes. Noch während der Sendung melden sich zahlreiche Zuschauer. Einige glauben offenbar ganz konkret zu wissen, wer der Gesuchte sein könnte.

Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern berichtet am Ende der Sendung von den ersten Reaktionen. Es hätten sich Menschen gemeldet, die sagten: „Hey, das ist mein Nachbar” oder „das ist mein Arbeitskollege.“ Solche konkreten Angaben überprüfe die Polizei zeitnah.

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Von einem Fahndungserfolg kann bislang allerdings keine Rede sein. Eine Polizeisprecherin bestätigt t-online am Donnerstagvormittag, dass der gesuchte Mann noch nicht gefasst sei. Zwar hätten Hinweisgeber konkrete Namen genannt, diese müssten die Ermittler nun aber überprüfen. „Wir wollen niemanden vorverurteilen“, betont die Sprecherin. Bei der veröffentlichten Darstellung handelt es sich um ein Phantombild und nicht um ein Foto des Tatverdächtigen.

18-Jährige wird auf dem Heimweg überfallen

Hinter der Fahndung steht ein schweres Verbrechen. Am 8. November 2024 verbringt eine damals 18-Jährige den Nachmittag mit einer Freundin im Landschaftspark in Schötmar, einem Ortsteil von Bad Salzuflen. Am Abend begleitet sie ihre Freundin zur Bushaltestelle und läuft anschließend allein durch den Park in Richtung ihrer Eltern. In der Nähe des Jugendzentrums „@on“ bemerkt die junge Frau einen Mann hinter sich. Gegen 20 Uhr holt er sie in der Parkmitte ein, überwältigt und vergewaltigt sie.

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Dass ihre Freundin schließlich bemerkt, dass etwas nicht stimmt, hängt mit einer Handyfunktion zusammen. Die beiden hatten zuvor ihren Live-Standort miteinander geteilt. Während der Busfahrt sieht die Freundin, dass sich der Standort der 18-Jährigen nicht mehr bewegt. Auch Anrufe bleiben unbeantwortet. Mehr als 30 Minuten später finden die Freundin und deren Mutter die junge Frau verletzt und traumatisiert.

Bei den Ermittlungen ergibt sich eine wichtige Verbindung. Ein DNA-Abgleich beim Bundeskriminalamt führt zu einem weiteren Sexualdelikt, das bereits 18 Jahre zuvor und rund 35 Kilometer entfernt passiert ist.

Am 13. Juli 2006 soll derselbe Mann in Barntrup versucht haben, eine damals 17-Jährige zu vergewaltigen. Auch ihr soll er an einem abgelegenen und dicht bewachsenen Weg aufgelauert haben. Die Jugendliche wehrt sich heftig. Der Angreifer raubt ihre Geldbörse und flieht. Am Tatort bleibt eine silberfarbene Sonnenbrille der Marke „ENJOY“ zurück. Daran sichern Ermittler DNA, die später die Verbindung zum Fall aus dem Jahr 2024 herstellt.

Polizei warnt davor, den Gesuchten anzusprechen

Nach der Beschreibung aus dem jüngeren Fall erstellt die Polizei das Phantombild, das nun bei „Aktenzeichen XY“ einem großen Publikum gezeigt wurde. Der Gesuchte soll zum Tatzeitpunkt etwa 35 bis 40 Jahre alt und ungefähr 1,70 Meter groß gewesen sein. Er hatte kurze, glatte dunkle Haare und einen Dreitagebart. Außerdem sprach er Deutsch und trug dunkle Winterkleidung sowie Wollhandschuhe.

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Nach Angaben des ZDF drohte der Mann bei der Tat mit einer Waffe. Die Polizei warnt deshalb ausdrücklich davor, den Gesuchten selbst anzusprechen. Wer glaubt, ihn zu erkennen, soll die Polizei verständigen. Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Detmold 5000 Euro ausgelobt.

Ob sich unter den neuen Hinweisen aus „Aktenzeichen XY“ tatsächlich die entscheidende Spur befindet, ist noch offen. Fest steht bislang nur: Die Ermittler haben konkrete Namen erhalten und müssen nun prüfen, ob einer davon zu dem gesuchten Mann führt.

Verwendete Quellen: Aktenzeichen XY, Polizei NRW, t-online