Nette Geste sorgt für mächtig Ärger!Rentner will Rettern mit 20 Euro Danke sagen – plötzlich droht ihm eine Anklage
Damit hat Clemens Stroetmann nun wirklich nicht gerechnet!
Nachdem Rettungskräfte seiner kollabierten Frau helfen, möchte sich der 80-Jährige erkenntlich zeigen und legt 20 Euro für die Kaffeekasse in eine Dankeskarte. Eigentlich eine nette Geste? Aber die Staatsanwaltschaft sieht darin offenbar einen möglichen Korruptionsfall – und plötzlich steht sogar eine Anklage im Raum. Wie Clemens Stroetmann auf den unglaublichen Vorwurd reagiert, seht ihr oben im Video.
Nach Kreislaufzusammenbruch seiner Frau will Clemens einfach Danke sagen
Alles beginnt mit einem Schreckmoment. An einem Tag im August geht es der Frau von Clemens Stroetmann plötzlich schlecht. Sie erleidet einen Kreislaufzusammenbruch und kollabiert. Ihr Mann reagiert sofort und ruft den Rettungsdienst.
„Die haben meine Frau stabilisiert. Alles kontrolliert, ordentlich abtransportiert und dann ins Krankenhaus gebracht“, erinnert sich der ehemalige Staatssekretär und Anwalt, der heute mit seiner Frau bei Potsdam lebt. Seine Frau erholt sich und kann das Krankenhaus wieder verlassen. Für den 80-Jährigen ist die Erleichterung riesig – und er möchte den Menschen, die seiner Frau geholfen haben, einfach Danke sagen.
Lese-Tipp: Zwei Kellnerinnen retten Wiesn-Besucher das Leben
Eine Woche nach dem Einsatz schreibt Stroetmann deshalb eine Karte an den zuständigen Rettungsdienst des Landkreises. „Wir haben uns herzlich für den hervorragenden Einsatz bedankt“, erzählt er. Und er legt noch etwas dazu: 20 Euro „zur Aufbesserung der Kaffeekasse“.
Eigentlich soll es nur eine kleine Geste der Dankbarkeit sein. Doch genau diese 20 Euro bringen dem Rentner später mächtig Ärger ein.
20 Euro für die Kaffeekasse – plötzlich geht es um Korruption
Denn statt eines Dankeschöns flattert schließlich Post der Staatsanwaltschaft ins Haus. Der Vorwurf: Mit seinem Geldgeschenk könnte Stroetmann eine strafbare Vorteilsgewährung – also Korruption – begangen haben.
Seine erste Reaktion auf den Brief fällt entsprechend deutlich aus: „Der erste Gedanke war: Die haben nicht alle Latten am Zaun.“ Doch schnell merkt der frühere Jurist: „Das war ernst gemeint.“ Tatsächlich können selbst kleine Geschenke an Amtsträger rechtlich problematisch sein. Der Grund: Schon der Eindruck soll vermieden werden, dass sich Amtsträger durch Geschenke beeinflussen lassen könnten. Dabei muss nicht zwingend eine konkrete Gegenleistung verlangt worden sein.
Lese-Tipp: „Man fühlt sich gezwungen“ – Trinkgeld am Kartengerät verärgert viele Gäste
Für Clemens Stroetmann ist trotzdem klar: Er wollte niemanden bestechen, sondern sich nach dem Rettungseinsatz lediglich bedanken. Laut dem Schreiben der Staatsanwaltschaft hätte er 20 Euro zahlen können, damit das Verfahren eingestellt wird. Doch darauf will sich der 80-Jährige nicht einlassen.
„Das macht mich immer noch fassungslos“
Für Stroetmann geht es inzwischen um mehr als die 20 Euro. „Es geht um das Prinzip, wie man miteinander umgeht“, sagt er.
Aus seiner Sicht hätte es eine wesentlich einfachere Lösung gegeben: „Man hätte den 20-Euro-Schein zurückgeschickt und hätte gesagt: Herzlichen Dank, dürfen wir nicht annehmen.“
Stattdessen wird Strafanzeige erstattet. „Das macht mich immer noch fassungslos“, sagt Stroetmann. Und theoretisch steht einiges auf dem Spiel: Für den entsprechenden Straftatbestand könnte sogar eine Freiheitsstrafe drohen. Stroetmann entscheidet sich deshalb, sich gegen das Vorgehen zu wehren.
Keine Straftat! Gericht lehnt Anklage ab
Am Ende geht es für Clemens Stroetmann und seine Frau dann doch noch glimpflich aus: Das zuständige Gericht lehnt die Anklage der Staatsanwaltschaft ab. Die Begründung laut dem vorliegenden Fall: Eine Straftat liege nicht vor. Damit müssen sich die Stroetmanns wegen ihrer 20-Euro-Dankesgeste nicht vor Gericht verantworten.
Zurück bleibt bei dem 80-Jährigen trotzdem jede Menge Unverständnis – und ein Fall, der zeigt, wie aus einem gut gemeinten Dankeschön plötzlich eine juristische Angelegenheit werden kann.
Dabei wollte Clemens Stroetmann nach dem Schreck um seine Frau eigentlich nur eines: den Rettungskräften zeigen, wie dankbar er für ihre Hilfe ist.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


