Party-Gag mit heikler Wirkung„Wiesnkoks“ auf dem Oktoberfest: Darum ist das Pulver unerwünscht

Kokain
Wiesnkoks und Kokain sehen sich zum verwechseln ähnlich. (Symbolbild)
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Weißes Pulver, Röhrchen, einmal kräftig durch die Nase ziehen!
„Wiesnkoks“ sieht echtem Kokain bewusst zum Verwechseln ähnlich. Dabei steckt dahinter meist nur Traubenzucker mit Menthol. Harmlos ist die Inszenierung trotzdem nicht – und genau deshalb ist das Produkt auf dem Oktoberfest seit Jahren unerwünscht.

Oktoberfest: Warum „Wiesnkoks“ auf der Wiesn unerwünscht ist

Ein weißes Pulver auf dem Tisch, daneben ein Röhrchen – und schon sieht es aus wie Kokainkonsum mitten im Festzelt. Genau mit dieser Optik wurde sogenanntes „Wiesnkoks“ bekannt. Hinter dem Namen steckt allerdings keine illegale Droge, sondern üblicherweise eine Mischung aus Traubenzucker und Menthol. Das Pulver wurde früher sogar auf dem Oktoberfest verkauft und anschließend durch die Nase gezogen, berichtet Focus Online.

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Bis vor gut 10 Jahren war das weiße Pulver noch auf der Wiesn geduldet. (Archivbild)
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Das Problem ist nicht nur der Inhalt

Die Wiesn-Wirte machten dem Verkauf jedoch einen Strich durch die Rechnung. Bereits 2015 stellte der damalige Wirtesprecher klar, dass weißes Pulver dieser Art in den Zelten nicht geduldet werde. Einer der Gründe: Für Außenstehende ist kaum zu erkennen, ob jemand eine harmlose Mischung oder tatsächlich Kokain konsumiert.

Hinzu kommt die Wirkung der Inszenierung. Produktname, weißes Pulver und die Art des Konsums spielen ganz bewusst mit dem Bild einer illegalen Droge. Was als Party-Gag daherkommt, kann Kokainkonsum verharmlosen oder sogar glorifizieren.

Auch gesundheitlich ist das Schnupfen nicht völlig ohne Risiko. Zwar entfalten Traubenzucker und Menthol keine mit Kokain vergleichbare Wirkung. Das Einatmen des Pulvers kann aber die Nasenschleimhäute reizen.

Die Polizei geht auf dem Oktoberfest scharf gegen sexuelle Belästigung vor. (Archivbild)
Die Polizei geht auf dem Oktoberfest scharf gegen Drogenmissbrauch vor. (Archivbild)
Sven Hoppe/dpa
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Echtes Kokain beschäftigt die Wiesn-Polizei tatsächlich

Dass die Verwechslung mehr ist als ein theoretisches Problem, zeigt auch die Polizeibilanz. Beim Oktoberfest 2025 wurden 148 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Nach Angaben der Münchner Polizei ging es dabei überwiegend um Kokain.

Für die Einsatzkräfte bedeutet vermeintliches „Wiesnkoks“ deshalb zusätzliche Arbeit. Weißes Pulver, das offen durch die Nase gezogen wird, kann zunächst wie echter Drogenkonsum aussehen und entsprechende Kontrollen auslösen.

Traditioneller Schnupftabak ist etwas anderes

Nicht jedes Pulver für die Nase ist auf dem Oktoberfest tabu. Klassischer Schnupftabak gehört seit Langem zur bayerischen Tradition. Auch weißer, tabakfreier Schnupfstoff aus Traubenzucker und Aromen ist grundsätzlich legal erhältlich.

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Entscheidend ist deshalb vor allem die Aufmachung. Wer einen legalen Stoff gezielt als „Koks“ vermarktet und den Konsum einer illegalen Droge nachstellt, macht aus einem vermeintlich lustigen Wiesn-Gag schnell ein zweifelhaftes Schauspiel.

Das Oktoberfest 2026 beginnt am Samstag, 19. September, und dauert bis zum 4. Oktober. Rund 600 Polizistinnen und Polizisten sind auf und rund um die Theresienwiese im Einsatz.

Verwendete Quellen: Oktoberfest, Focus Online, Polizei Bayern