Zwei neue Malariafälle in Frankfurt rufen das Gesundheitsamt auf den Plan. Erst Ende August hatten sich sechs Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens mit Malaria infiziert, zwei von ihnen starben. Vermutlich hatte eine infizierte Mücke die Tropenkrankheit als blinder Passagier im Gepäckraum nach Frankfurt gebracht.
Jetzt gibt es offenbar auch Fälle im Stadtteil Schwanheim – rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt. Zwei Anwohner erkrankten, obwohl sie weder am Flughafen arbeiten noch zuvor in einem Malariagebiet Urlaub gemacht haben. Nach Einschätzung des Gesundheitsamts könnten auch sie durch eine Mücke infiziert worden sein, die über den Flughafen nach Frankfurt gelangt ist.
Normalerweise fliegen Anopheles-Mücken ein bis zwei Kilometer, unter idealen Bedingungen oder wenn sie etwa durch Fahrzeuge verschleppt werden, aber auch weiter. So könnte die Strecke zwischen Flughafen und Schwanheim überwunden worden sein.
Das Gesundheitsamt appelliert deshalb an Ärzte, bei unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen auch an Malaria zu denken – besonders bei Patienten, die in der Nähe des Flughafens wohnen. Betroffene sollten bei Symptomen ärztliche Hilfe suchen und auf ihren Wohn- oder Arbeitsort hinweisen.
Wie schwer eine Malaria-Erkrankung verlaufen kann, weiß Tim Quinkert aus eigener Erfahrung. Während einer Weltreise erkrankte er in Guinea. Er bekam plötzlich hohes Fieber von bis zu fast 41 Grad, dazu starken Durchfall, Kreislaufprobleme, Schwindel und Orientierungslosigkeit. Inzwischen geht es ihm wieder gut. Aus Vorsicht nimmt er bei Reisen in Risikogebiete das Medikament Malarone zur Malaria-Prophylaxe.
Auch der Frankfurter Flughafen reagiert auf die Fälle in Schwanheim. Beschäftigte am Standort werden weiterhin gebeten, bei Krankheitssymptomen einen Arzt aufzusuchen und darauf hinzuweisen, dass sie am Flughafen arbeiten, wo Fälle von sogenannter Airport-Malaria bekannt geworden sind. Die beiden Betroffenen aus Schwanheim werden medizinisch behandelt.
Das Gesundheitsamt rät der Bevölkerung, sich gegen Mücken zu schützen – etwa mit mückenabwehrenden Mitteln, bedeckender Kleidung und Fliegengittern an den Fenstern. Die Gefahr einer Malaria-Infektion für die Bevölkerung in Frankfurt werde derzeit dennoch als sehr gering eingeschätzt.