Unstillbarer Hunger nach OPOliver hatte einen Hirntumor – jetzt kann er einfach nicht aufhören zu essen!
Ein Leben voller Hunger!
Morgens, mittags, abends essen reicht Oliver Köthen nicht. Seit einer Hirntumor-Operation signalisiert sein Körper ihm kaum noch, wann er satt ist. Wie sehr die seltene Erkrankung sein Leben bestimmt, erzählt Oliver oben im Video.
„Ich bin quasi aus der Operation aufgewacht und hatte Verlangen auf Süßes“
60 Kilo wiegt Oliver Köthen früher. Dann verändert eine Operation sein Leben schlagartig. Mit gerade einmal 16 Jahren wird ihm ein gutartiger Hirntumor entfernt. Als er danach aufwacht, ist plötzlich etwas anders. Oliver hat ein Verlangen, das er so vorher nicht kannte.
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„Ich bin quasi aus der Operation aufgewacht und hatte Verlangen auf Süßes“, erinnert er sich. Seine Mutter bringt ihm eine Banane mit. Doch die reicht ihm nicht. „Was will ich damit? Ich brauche richtigen Zucker, was Süßes“, sagt Oliver damals zu ihr.
Schock-Diagnose Hypothalamische Adipositas verändert Olivers Leben
Der Grund für seinen ständigen Hunger ist keine fehlende Disziplin. Oliver entwickelt nach dem Eingriff eine hypothalamische Adipositas. Dabei ist der Hypothalamus im Gehirn geschädigt, der unter anderem Hunger, Sättigung und Energiehaushalt steuert.

Olivers Arzt Professor Dr. Ulrich Dischinger macht deutlich, wie wenig er dafür kann. „Er hatte einen Tumor, für den er nichts kann, für den niemand was kann. Dieser Tumor musste operiert werden und diese Operation hat leider einen Schaden hinterlassen.“
Für Oliver hat das massive Folgen. Innerhalb kurzer Zeit steigt sein Gewicht von rund 60 auf fast 160 Kilogramm. Heute wiegt er 134 Kilo. Sein größtes Problem bleibt der Hunger. „Meine Probleme sind ganz klar Süßgetränke, Schokolade“, erzählt er. Auch ein Pudding oder etwas anderes Süßes dürfe für ihn kaum fehlen.
Diäten, Magen-OP und Abnehmspritze helfen nur bedingt
Oliver versucht vieles. Diäten bringen nicht den erhofften Erfolg, später lässt er sich sogar den Magen verkleinern. Seit einigen Wochen nutzt er außerdem die Abnehmspritze Ozempic. Anfangs hilft sie ihm, erzählt Oliver. Sein Gewicht sinkt. Inzwischen spüre er jedoch einen Gewöhnungseffekt. „Mittlerweile esse ich fast wieder normal“

Mehr Bewegung könne zwar helfen, erklärt sein Arzt. Allein lösen lasse sich Olivers Problem damit aber nicht. Auch ein Medikament gegen die hypothalamische Adipositas, das Oliver seit Jahren nimmt, bringt bislang kaum Erfolg.
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Eine mögliche Therapie kostet Zehntausende Euro
Hoffnung setzt Professor Dischinger auch auf den Wirkstoff Setmelanotid. Doch für Oliver gibt es ein großes Hindernis. Laut dem Arzt übernimmt die gesetzliche Krankenkasse diese Behandlung bislang nicht. Die Kosten lägen bei Zehntausenden Euro im Jahr.

Medikamente dieser Art fallen bislang unter eine gesetzliche Regelung, die sogenannte Schlankheitsmittel von der Erstattung ausschließt. Oliver muss deshalb auf eine Einzelfallentscheidung hoffen.
Für ihn geht es dabei um viel mehr als eine Zahl auf der Waage. Es geht um die Chance, einen Hunger in den Griff zu bekommen, der ihn seit seiner Jugend begleitet.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


