Experte warnt vor „Kosten-Tsunami”Angst vor teuren Lebensmitteln! Iran-Krieg treibt Verbraucher zu diesen Discountern – und es gibt eine düstere Ankündigung

Vor allem bei Nahrungsmitteln sind die Preise gestiegen. (Symbolbild)
Das wird teuer. (Symbolbild)
Bernd Weißbrod/dpa

Der Iran-Krieg und die Sorge vor steigenden Preisen treiben die Menschen in Deutschland vor allem zu ZWEI Discountern.
Das berichtet das Handelsblatt. Und ein Experte sagt voraus: Die Produzenten von Lebensmitteln rechnen mit einem „Kosten-Tsunami“. Ab Sommer könnten deshalb auch die Lebensmittelpreise für uns alle deutlich steigen.

Aldi Nord und Aldi Süd profitieren von der Angst vor höheren Lebensmittelpreisen

Teurer Sprit und die Angst vor höheren Lebensmittelpreisen drücken bei vielen Verbrauchern offenbar schon jetzt aufs Budget. Exklusive Daten des Marktforschers Accurat für das Handelsblatt zeigen, dass seit dem Iran-Krieg vor allem Aldi davon profitiert. Für Rewe, Edeka und Co. sei das ein spürbarer Dämpfer. Auch Lidl profitiere nicht, so die Analysten.

Lidl kämpft mit Aldi um die Marktführerschaft der Discounter.
Lidl kämpft mit Aldi um die Marktführerschaft der Discounter.
Marijan Murat/dpa

Kunden würden vor allem Aldi Nord und Aldi Süd seit Beginn des Kriegs Ende Februar die Bude einrennen. Sie gewinnen Marktanteile hinzu, so die Daten. „Ein solcher deutlicher Ausschlag ist ungewöhnlich, das haben wir in der Vergangenheit so noch nicht beobachtet“, sagt Maarten Vander Beken von Accurat laut Handelsblatt. Möglich werde diese Auswertung durch eine neue Methode des Marktforschers. Accurat analysiert Standortdaten von Handys von Menschen, die dieser Nutzung zugestimmt haben. Europaweit kommen so täglich Millionen Datenpunkte zusammen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz in Echtzeit ausgewertet werden.

Im umsatzstarken deutschen Lebensmittelhandel bedeute die Verschiebung im Einkaufsverhalten um nur einen Prozentpunkt bereits Veränderungen im Milliardenbereich. Die Branche setzt pro Jahr rund 200 Milliarden Euro um. Könne ein Händler seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt steigern, entspräche das laut Handelsblatt rechnerisch einem Mehrumsatz von zwei Milliarden Euro.

Produzenten kündigen Preissteigerungen an

Für uns Kunden gibt es insgesamt keine guten Nachrichten: „Die massiv gestiegenen Energiepreise haben die Inflation im März nach oben katapultiert”, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Spätestens im Mai dürfte sie über 3 Prozent liegen, sofern der Krieg nicht schnell endet.” Dann würden die hohen Energiepreise immer mehr andere Güter verteuern und auch die Kerninflation – ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie – steigen lassen.

Und tatsächlich: Hersteller haben bereits höhere Preise angekündigt. Die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) warnte im Handelsblatt vor einem „Kosten-Tsunami“, der auf die Produzenten zukomme. Ab Sommer könnten deshalb auch die Lebensmittelpreise im Supermarkt steigen, sagte Konsumgüterexperte Christoph Treiber der Zeitung. Auch der Chef von Henkel (z.B. . Bekannte Marken sind Persil, Pril, Somat, Fa, Schwarzkopf, Syoss, Pattex) warnt Verbraucher: „Wenn sich unsere Herstellkosten drastisch erhöhen, müssen wir diese Kosten weitergeben.“ Er habe aus der Vergangenheit gelernt: „Es hilft nicht, mit Preiserhöhungen zu lang zu warten.“

Verwendete Quelle: Handelsblatt/ dpa/ rsa