Proteste und Ausschreitungen im NachbarlandAuswärtiges Amt ruft zur besonderen Vorsicht auf – was Frankreich-Urlauber jetzt wissen müssen

Proteste in Frankreich: Zu Ausschreitungen kam es am Wochenende auch in Paris
Auch in Paris kam es am zuletzt zu massiven Ausschreitungen
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Mattia David Rinaldi

Brennende Rathäuser, geplünderte Geschäfte, geschlossene Museen!
In Frankreich eskalieren vielerorts die Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Mittendrin: Tausende Touristen. Jetzt reagiert das Auswärtige Amt – und rät deutschen Reisenden ausdrücklich zur Vorsicht.

Gewalt, Plünderungen und Proteste in vielen Städten

Auslöser der aktuellen Warnung sind Massenproteste mit rund einer halben Million Teilnehmern, die am vergangenen Wochenende in zahlreichen französischen Städten eskaliert sind.

In Paris, Marseille, Lyon, Bordeaux, Rennes, Straßburg, Grenoble, Nizza, Limoges und weiteren Orten kam es zu Gewalt, Plünderungen und schweren Sachbeschädigungen. Besonders dramatisch: In Limoges wurde das unter Denkmalschutz stehende Rathaus in Brand gesetzt und schwer beschädigt. Der französische Innenminister sprach von „immensen Schäden“, vor allem für Hunderte betroffene Geschäftsleute.

Die Proteste richten sich gegen die hohen Lebenshaltungskosten im Land – und sie haben eine neue Dynamik entfaltet, die Regierung und Sicherheitskräfte sichtbar unter Druck setzt.

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Auswärtiges Amt warnt: „Verhalten Sie sich umsichtig“

Angesichts der Lage hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für Frankreich aktualisiert. Auf der Internetseite des Ministeriums heißt es: „Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen, wenn möglich.“

Weitere Proteste „und ggf. Ausschreitungen in den kommenden Tagen“ seien nicht auszuschließen, warnt das Ministerium. Hintergrund sind Aufrufe zu neuen landesweiten Protestaktionen, unter anderem für den 24. Oktober. Auch eine Neuauflage der Gelbwestenbewegung steht im Raum, die Frankreich bereits 2019 über Monate hinweg in Atem gehalten hatte.

Für Reisende bedeutet das: Wer derzeit nach Frankreich fährt, sollte die Lage aufmerksam verfolgen und Menschenansammlungen, Kundgebungen und Demonstrationszüge bewusst meiden – auch wenn sie zunächst friedlich wirken.

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Achtung, neue Gesetze: Ignorieren kann teuer werden

Besonders deutlich weist das Auswärtige Amt auf mögliche rechtliche Folgen hin. Hintergrund sind neue Gesetzesänderungen in Frankreich: „Beachten Sie, dass aufgrund von neuen Gesetzesänderungen Geldbußen und Schadensersatzforderungen drohen, wenn man sich nach Aufforderung nicht von ungenehmigten und gewalttätigen Demonstrationen entfernt“, heißt es in den Reisehinweisen.

Konkret bedeutet das: Wer sich in der Nähe von nicht genehmigten oder eskalierenden Demonstrationen aufhält und trotz Aufforderung der Polizei nicht weggeht, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Im Falle von Schäden – etwa an Gebäuden oder Geschäften – können zudem Schadensersatzforderungen im Raum stehen, wenn eine Beteiligung oder Anwesenheit im Kontext der Ausschreitungen festgestellt wird.

Reisende werden daher ausdrücklich aufgefordert, Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte strikt zu befolgen und sich im Zweifel schnell aus dem Umfeld von Protesten zu entfernen.

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Frankreich verschärft die Sicherheitslage

Neben den Sicherheitsrisiken müssen sich Urlauber auch auf massive Einschränkungen im Alltag einstellen. Der Louvre in Paris blieb wegen der Proteste bereits geschlossen – wann das weltberühmte Museum wieder öffnet, ist unklar.

Um die Lage in den Griff zu bekommen, hat die französische Regierung in besonders betroffenen Gebieten bereits örtlich begrenzte Ausgangssperren verhängt und die Polizeipräsenz massiv verstärkt. Für Touristen, die Frankreich aktuell besuchen, kann es daher kurzfristig zu Einschränkungen kommen – etwa durch Schließungen, Zugangsbeschränkungen oder Sicherheitskontrollen. Reisende sollten zusätzliche Zeit für Wege einplanen, sich vor Ort über lokale Regelungen informieren und auf Hinweise von Hotels, Reiseveranstaltern und Behörden achten.

Verwendete Quellen: dpa, Auswärtiges Amt, ADAC