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Linksextremismus

Hier finden Sie eine prägnante Definition von Linksextremismus in Abgrenzung zu anderen linken Strömungen wie demokratischer Linken und Linksradikalismus.

Linksextremismus picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Linksextremismus

Linksextremismus ist ein Sammelbegriff für ideologisch dem Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus nahestehende politische Strömungen, die den bestehenden Rechtsstaat und die freiheitlich demokratische Grundordnung ablehnen (laut Bundesamt für Verfassungsschutz). Dabei ist der Begriffsbestandteil des Extremismus für gewöhnlich eine Fremdzuschreibung, da sich als linksextremistisch eingestufte Gruppierungen im Regelfall selbst nicht als extremistisch begreifen.

Was will die politische Linke?

Der Begriff der politischen Linken geht auf die französische Nationalversammlung zurück, bei der der Platz rechts vom Parlamentspräsidenten dem Adel vorbehalten war, weshalb das Bürgertum links saß. Seither ist die politische Linke ein Sammelbegriff für politische progressive Kräfte, die im Gegensatz zu den konservativen und reaktionären Kräften stehen. Der größte gemeinsame Nenner, auf den sich die vielen Strömungen der politischen Linken bringen lassen, ist das Ziel einer egalitären Gesellschaft, also einer Gesellschaft, in der alle Menschen in jeglicher Hinsicht gleichgestellt sind. Das Endziel ist demnach der von Karl Marx beschriebene Kommunismus, eine Gesellschaft, in der es kein Privateigentum der Produktionsmittel (Grund und Boden, Ressourcen, Fertigungsmaschinen) mehr gibt und diese somit der Allgemeinheit gehören.

Was unterscheidet den Linksextremismus von anderen linken Strömungen?

Während die demokratische Linke das bestehende Wirtschaftssystem auf Grundlage der freiheitlich, demokratischen Grundordnung überwinden will und zumeist Diktatur und Kommunismus als unvereinbar einstuft, weshalb sie Systeme wie den Stalinismus und den Maoismus ablehnen, sehen Linksextremisten den demokratischen Rechtsstaat und die marktwirtschaftliche Eigentumsordnung als untrennbar an. Der Kapitalismus wird also nicht losgelöst von der Regierungsform betrachtet, sondern als mit ihr verknüpft angesehen. Zur Überwindung der bestehenden Herrschaftsverhältnisse ist Linksextremisten meist jedes Mittel recht und eine besondere Gefahr geht hierbei von der autonomen Szene aus. Ein bekanntes Beispiel für gewaltbereite Linksextremisten ist die Rote Armee Fraktion (RAF). Überhaupt sind Gewaltbereitschaft bis hin zu Terrorismus und Diktatur wichtige Merkmale der Linksextremisten, da die Ablehnung des Kapitalismus durchaus als mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung als vereinbar angesehen wird. Man sollte auch nicht Linksextremismus mit Linksradikalismus verwechseln, da Radikale (von lat. "radix" = "Wurzel") einfach nur den ursprünglichen linken Idealen verschrieben sind, die nicht zwangsläufig die freiheitlich demokratische Grundordnung ablehnen.