Marke oder günstiger Doppelgänger?Eigenmarken im Check: Bei DIESEN Produkten könnt ihr richtig sparen!

von Hebah Omar und Anke Jonschker

Bekomme ich für weniger Geld auch weniger Qualität?
Marken-Shampoo, Waschmittel oder Milchreis kosten teilweise ein Vielfaches ihrer günstigen Doppelgänger. Doch sind Eigenmarken deshalb automatisch schlechter? Unsere Recherche zeigt überraschende Gemeinsamkeiten – und führt uns sogar hinter die verschlossenen Türen einer geheimen Aldi-Testfiliale.

Eigenmarken-Kauf kann ordentlich Geld sparen

Doch spätestens vor dem Regal stellt sich die Frage: Bekomme ich für weniger Geld auch weniger Qualität? Gemeinsam mit Markendetektivin Manon Sieber vergleichen wir Markenprodukte und günstigere Alternativen.

Beim Antischuppen-Shampoo kostet die Eigenmarke auf den Liter gerechnet 4,48 Euro, für das Markenprodukt werden 13,74 Euro fällig. Beim Waschmittel ist der Unterschied ebenfalls enorm. Die Marke kostet 6,75 Euro für 27 Waschladungen, die Eigenmarke 2,65 Euro für 37. Ein Waschgang kostet damit rund 25 statt sieben Cent.

Doch der Preis allein sagt noch nichts darüber aus, ob beide Produkte tatsächlich vergleichbar sind.

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Bei manchen Produkten sind wichtige Inhaltsstoffe gleich

Deshalb schaut Manon Sieber aufs Kleingedruckte. Beim untersuchten Antischuppen-Shampoo setzen sowohl Markenprodukt als auch Eigenmarke auf denselben Wirkstoff gegen Schuppen und zur Beruhigung der Kopfhaut. Komplett identisch sind die Produkte allerdings nicht. Zusatzstoffe und Pflegekomponenten können sich unterscheiden.

Ähnlich überraschend fällt der Blick ins Kühlregal aus. Beim untersuchten Milchreis steckt hinter Marke und Eigenmarke derselbe Hersteller. Die günstigere Variante enthält laut unserer Markendetektivin sogar mehr Reis und natürliches Aroma, kostet aber nur etwa halb so viel. Auch zwei verglichene Butterprodukte kommen aus derselben Molkerei, während die Marke fast dreimal so teuer ist.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Markenprodukt und Eigenmarke grundsätzlich identisch sind. Sieber empfiehlt deshalb, selbst zu vergleichen und günstigeren Produkten eine Chance zu geben: „Tut nicht weh, mal probieren.“

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Aldi zeigt RTL seine geheime Testfiliale

Wie wichtig Eigenmarken für Händler inzwischen sind, sehen wir bei Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr. Dort bekommen wir als erstes Kamerateam Einblick in eine Testfiliale, die wie ein klassischer Aldi-Markt aufgebaut ist. Hinter verschlossenen Türen wird ausprobiert, wo Produkte im Regal stehen und wie sie präsentiert werden.

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Geschäftsführer Simon Gelzer bezeichnet Eigenmarken als Teil der „Kern-DNA“ des Discounters. Die eigenen Produkte seien längst „keine Bückware“ mehr, sondern würden als ebenbürtig behandelt. Rund 80 Eigenmarken mit insgesamt etwa 1800 Artikeln gehören nach Unternehmensangaben inzwischen zum Sortiment von Aldi Süd.

Besonders interessant ist, wer einige dieser Produkte herstellt. In Aachen besuchen wir den traditionsreichen Gebäckhersteller Lambertz, der auch für Aldi Süd produziert. Bei der Produktion werde nicht grundsätzlich zwischen Marken- und Eigenmarkenware unterschieden, erklärt Produktionsleiter Martin Eschweiler. Unterschiede könne es je nach Auftrag etwa bei der Veredelung geben.

Große Stückzahlen können dabei einen Teil des Preisunterschieds erklären. Heute produziert Lambertz unter anderem Dominosteine für Aldi Süd – und zwar in gewaltigen Mengen. Rund 3,5 Millionen Stück werden für den Discounter hergestellt. Gerade solche großen Stückzahlen helfen dabei, die Produkte günstiger anzubieten. Wie wichtig das Geschäft für den Markenhersteller geworden ist, zeigt eine weitere Zahl: Rund 50 Prozent seines Umsatzes erzielt Lambertz laut Firmenchef Hermann Bühlbecker inzwischen mit Eigenmarken.

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Lohnen sich Eigenmarken also wirklich?

Ein pauschales Ja für jedes Produkt wäre zu einfach. Unsere Beispiele zeigen aber, dass ein höherer Preis nicht automatisch bessere Inhaltsstoffe oder einen anderen Hersteller bedeutet. Teilweise kommen Marke und Eigenmarke aus demselben Unternehmen oder nutzen wichtige identische Bestandteile.

Wer sparen möchte, sollte deshalb Zutatenlisten, Mengen und Grundpreise vergleichen und einer günstigeren Alternative ruhig eine Chance geben. Gerade bei Waschmittel, Shampoo oder Lebensmitteln können die Unterschiede erheblich sein. Denn nur weil kein großer Markenname auf der Verpackung steht, muss dahinter längst kein unbekannter Hersteller stecken.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche