Mineralwasser im großen TestEs muss nicht teuer sein! Ausgerechnet die 19-Cent-Flasche überrascht

von Lea Ortmann und Jana Kerzmann

Muss gutes Mineralwasser wirklich teuer sein?
Fünf Mineralwässer von 19 Cent bis 1,29 Euro pro Liter treten im RTL-Test gegeneinander an. Bei Geschmack, Sprudel und Mineralstoffen zeigen sich überraschende Unterschiede – und ausgerechnet das billigste Wasser sorgt für Staunen.

RTL testet fünf Mineralwässer auf Geschmack, Sprudel und Mineralstoffe

Mehr als 500 Mineralwassersorten gibt es in Deutschland. Für unseren RTL-Test treten fünf davon gegeneinander an: Adelholzener für 79 Cent pro Liter, Lichtenauer für 89 Cent, Gerolsteiner für 1,09 Euro, S. Pellegrino für 1,29 Euro – und ein No-Name-Produkt – die Edeka-Eigenmarke „Gut & Günstig”– für gerade einmal 19 Cent pro Liter.

Die Preise können je nach Markt, Flaschengröße und Verpackung variieren. Doch lohnt es sich überhaupt, für Mineralwasser tiefer in die Tasche zu greifen? Wir vergleichen Geschmack, Sprudel und Mineralstoffgehalt.

RTL testet fünf Mineralwässer verschiedener Marken auf Sprudel, Geschmack und Mineralstoffe.
RTL testet fünf Mineralwässer verschiedener Marken auf Sprudel, Geschmack und Mineralstoffe.
RTL

Welches Mineralwasser schmeckt am besten?

Beim Geschmackstest auf den Straßen Leipzigs gehen die Meinungen zunächst deutlich auseinander. Adelholzener schmeckt einigen Testern etwas süßlich, anderen wiederum zu lasch. Lichtenauer wird als leichter beschrieben, kommt bei einem Verkoster allerdings zu salzig daher. Eine andere Testerin urteilt noch härter: „Es ist mir zu aufdringlich, zu wenig neutral.”

Auch die teureren Kandidaten können nicht jeden überzeugen. „Das schmeckt ein bisschen fader”, lautet ein Test-Urteil zu S. Pellegrino. Ein anderer Tester hält jedoch dagegen: „Hat ein bisschen mehr Säure als die anderen.” Gerolsteiner wiederum punktet bei einigen mit seinem Prickeln.

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Dann kommt die große Überraschung: Das mit 19 Cent pro Liter mit Abstand günstigste Wasser schmeckt in unserem kleinen Straßentest allen Verkostern. Einige vermuten dahinter sogar ein deutlich teureres Produkt. Als RTL die Eigenmarke enthüllt, ist das Erstaunen entsprechend groß. „Das ist ja ein Ding. Hätte ich jetzt nicht gedacht“, sagt einer der Tester.

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Aber macht es eigentlich einen Unterschied, ob wir Mineralwasser aus einer Glas- oder Plastikflasche trinken? Unsere Tester haben den direkten Vergleich gemacht – und dabei einen klaren Favoriten. Welcher das ist und was die Expertin dazu sagt, seht ihr oben im Video.

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Günstig versus teuer: Welches Mineralwasser bleibt lange sprudelig?

Neben dem Geschmack wäre da noch die Kohlensäure: Direkt nach dem Einschenken prickeln die getesteten Wässer kräftig – doch wie sieht es zwei Stunden später aus?

Für unseren kleinen Sprudeltest lassen wir die Gläser stehen und probieren anschließend erneut. Das Ergebnis: In allen steigen noch Bläschen auf, wenn auch deutlich weniger als zu Beginn. Abgestanden schmeckt keines der getesteten Wässer. Lediglich das teure Produkt wirkt weniger sprudelig – wobei auch das am Ende Geschmackssache ist.

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Welches Mineralwasser hat den besten Mineralstoffgehalt?

Geschmack und Sprudel sind das eine – doch was steckt eigentlich im Mineralwasser? Gemeinsam mit Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen schaut sich RTL die Etiketten genauer an. Dort müssen laut der Expertin die für die jeweilige Quelle charakteristischen Mineralstoffe angegeben sein, etwa Calcium, Kalium und Magnesium. Überraschend: „Es gibt keine Vorgabe, dass Mindestmengen an Mineralstoffen in Mineralwasser sein müssen”, so Dr. Birgit Brendel.

Mineralwasser-Test mit Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen
Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen wirft gemeinsam mit RTL einen kritischen Blick auf die Mineralwasser-Etiketten.
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Bei unseren fünf Produkten zeigen sich deutliche Unterschiede. Als calciumreich darf sich ein Wasser beispielsweise erst ab 150 Milligramm Calcium pro Liter bezeichnen – diesen Wert erreichen in unserem Test die teureren Produkte.

Auffällig ist allerdings der Natriumgehalt: Eines der Wässer kommt auf 118 Milligramm pro Liter. „Das ist auch relativ viel“, lautet Dr. Brendels Urteil. Andere getestete Produkte liegen deutlich darunter. Der Maximalwert liegt allerdings bei 200 Milligramm. Die Expertin gibt daher Entwarnung: Die Werte aller getesteten Wässer sind unbedenklich.

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Test-Fazit: Muss gutes Mineralwasser also teuer sein?

Unser Mineralwasser-Test zeigt: Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Preis und Geschmack gibt es nicht. Ausgerechnet die 19-Cent-Eigenmarke überzeugt alle Teilnehmer unseres kleinen Straßentests und wird teilweise sogar für deutlich teurer gehalten.

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Auch beim Sprudel können die günstigen Produkte mithalten. Selbst nach zwei Stunden schmeckt keines der getesteten Wässer abgestanden. Einen Vorteil haben die teureren Kandidaten dagegen teilweise beim Mineralstoffgehalt: Sie enthalten in unserem Test teilweise mehr Calcium.

Die eine perfekte Flasche gibt es damit nicht. Wer vor dem Wasserregal steht, sollte sich fragen: Was schmeckt mir, welche Mineralstoffe sind mir wichtig – und möchte ich etwas für die Umwelt tun? In diesem Fall lohnt sich der Griff zur Mehrwegflasche, am besten aus der Region.

Unser Test zeigt jedenfalls: Für gutes Mineralwasser muss man nicht automatisch tief in die Tasche greifen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche