Rache, Lügen und irre GeständnisseFremde beichten Max auf Instagram ihre wildesten Geheimnisse – bei DIESER Story kann er nicht mehr

Bei einer Geschichte vergeht selbst Max das Lachen.
Eine Hochzeit für eine sechsstellige Summe, von der er auf Reddit liest, bringt alles ins Rollen. Heute schicken Menschen Max ihre intimsten, absurdesten und manchmal ziemlich bösen Geschichten für seinen Instagram-Kanal „Internetbeichte“. Im Gespräch mit RTL erzählt der 35-Jährige aus Worms, was ihn Tränen lachen lässt – und was bei ihm niemals online gehen würde.
Auf dem Balkon mit seiner Freundin beginnt alles
Eigentlich will Max nur seiner Freundin eine verrückte Geschichte erzählen. Der 35-Jährige aus Worms stößt auf Reddit auf den Bericht eines Mannes, dessen Hochzeitskosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Die Feier landet demnach im sechsstelligen Bereich.
Später liest Max seiner Freundin die Geschichte auf dem Balkon vor. Die beiden amüsieren sich und diskutieren darüber. Da kommt ihm ein Gedanke: Wenn sie solche Storys unterhaltsam finden, warum sollten nicht auch andere Spaß daran haben?
So entsteht „Internetbeichte“. Erst seit rund drei Monaten betreibt Max den Kanal unter anderem auf Instagram. Anfangs stammen nach seiner Schätzung noch etwa 80 Prozent der Geschichten aus dem Netz. Doch schon nach wenigen Videos passiert etwas, womit er überhaupt nicht gerechnet hat: Menschen schicken ihm ihre eigenen Beichten.
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Bei dieser Beichte lacht Max plötzlich Tränen
Manchmal erwischt ihn eine Geschichte derart kalt, dass an eine ernste Miene nicht mehr zu denken ist. So geht es ihm bei der Beichte eines Mannes, dessen kleine Notlüge erstaunliche Folgen hat. Mit zwölf Jahren verhauen ihm in einer Erdkunde-Arbeit mehrere falsch eingefärbte Länder die Note. Seine Lehrerin fragt ihn daraufhin, ob er eine Rot-Grün-Schwäche habe. Der Schüler sagt einfach: Ja.
Dummerweise erzählt die Lehrerin auch seiner Mutter von der vermeintlichen Farbenblindheit. Statt die Wahrheit zu gestehen, hält der Junge die Geschichte aufrecht – und das über Jahre.
Mit 25 wird es richtig unangenehm. Seine Familie legt Geld zusammen und schenkt ihm zum Geburtstag eine teure Brille für Menschen mit Farbsehschwäche. Jetzt muss er auch noch vorspielen, dass sie funktioniert. Als er vorgibt, damit eine rote Blume erkennen zu können, beginnt seine Mutter vor Rührung zu weinen.
Spätestens da ist es um Max geschehen. Er liest die Geschichte erstmals vor laufender Kamera und bricht beinahe vor Lachen zusammen. Ihm laufen buchstäblich die Tränen übers Gesicht. Solche ungefilterten Reaktionen lässt er bewusst im Video. „Es gehört halt auch zu meiner Persönlichkeit dazu, dass ich einfach lache“, sagt Max im Gespräch mit RTL.
Und eine Beichte zieht offenbar die nächste nach sich: Nach dem Farbenblind-Video melden sich gleich zwei Menschen, die erzählen, selbst eine Schwerhörigkeit vorgetäuscht zu haben.
50.000 Samen werden zur Rache am Nachbarn
Auch Nachbarschaftsstreits sind bei „Internetbeichte“ ein Dauerbrenner. Eine Geschichte findet selbst Max ziemlich absurd.
Ein Mann soll ständig seine Nachbarschaft beobachtet haben. Irgendwann beschließt offenbar jemand, sich zu revanchieren. Die Person bestellt nach eigener Schilderung rund 50.000 Samen, darunter Brennnesseln und Staudenknöterich, und verteilt sie nachts immer wieder auf dem Grundstück des neugierigen Nachbarn. Der zuvor akkurat gepflegte englische Rasen sei danach zur Dauerbaustelle geworden.
Fast genauso spannend findet Max die Reaktionen. Einige Nutzer schreiben sinngemäß, sie wollten sich die Idee für später merken. Für ihn ein zweischneidiges Kompliment: Sein Kanal soll unterhalten und keine Anleitung zur Nachbarschaftsrache liefern.
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Diese Beichte würde Max niemals veröffentlichen
Denn nicht alles, was in seinem Postfach landet, schafft es auf Instagram. Eine Einsendung überschreitet für ihn eindeutig die Grenze. Eine Person habe gebeichtet, die Katze eines Nachbarn mit Rattengift getötet zu haben.
Obwohl die Absenderin laut Max von großen Schuldgefühlen schreibt, veröffentlicht er die Geschichte nicht. „Dem will ich keine Plattform geben“, sagt er. Auch offensichtlich erfundene Geschichten sortiert Max aus. Absolute Gewissheit über den Wahrheitsgehalt anonymer Einsendungen kann er allerdings nicht haben.
Manche Rachegeschichten lassen Max schlucken
Überrascht hat ihn vor allem, wie verbittert manche Menschen nach einer Trennung offenbar werden können. Geschichten über Rache am Ex sorgen regelmäßig dafür, dass weitere Nutzer ähnliche Erlebnisse einsenden.
Eine Frau soll etwa Enthaarungsmittel in eine Haarkur ihres Ex-Partners gemischt haben. Einige Nutzer feiern die Aktion oder schreiben, sie hätten Ähnliches getan.
Dass Menschen einem früheren Partner so schlecht gesonnen sein können, „dass man ihn dann körperlich verletzen will“, findet Max erschreckend.
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Jetzt will Max aus „Internetbeichte“ seinen Beruf machen
Geplant war das alles nicht. Max hat BWL studiert und sowohl einen Bachelor- als auch einen Masterabschluss gemacht. Gerade als er sich beruflich neu orientieren will, nimmt sein Social-Media-Projekt überraschend Fahrt auf. Nun liegt sein Gewerbeschein bereit. Der 35-Jährige will ausprobieren, ob er sich mit seinem Content selbstständig machen kann.
Besonders freuen ihn Nachrichten von Zuschauern, die schreiben, dass seine tägliche Beichte ihnen den Feierabend versüßt oder zu einem kleinen Rückzugsort geworden ist. Genau das soll „Internetbeichte“ bleiben: ein Ort für absurde Geschichten und ehrliches Lachen – aber nicht für jede Beichte um jeden Preis.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Instagram.com/internetbeichte




