Schlaf nachholen? Das geht!Für ein gesundes Herz – so viel länger sollte man am Wochenende schlafen

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Am Wochenende ausschlafen? Ja, aber in Maßen!

Samstagmorgen, kein Wecker – und trotzdem meldet sich beim Ausschlafen das schlechte Gewissen?
Das ist scheinbar gar nicht nötig. Denn eine neue Analyse legt nahe: Wer unter der Woche zu wenig Schlaf bekommt, könnte von etwas längerem Schlaf am Wochenende sogar profitieren. Entscheidend ist allerdings, wie lange ihr liegen bleibt.

So viel mehr Schlaf am Wochenende soll besonders gesund sein

Lange galt: Wer gesund schlafen möchte, sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen. Am Wochenende bis mittags liegen bleiben, um den Schlafmangel der Arbeitswoche aufzuholen? Eher keine gute Idee.

Ganz so streng muss man das aber offenbar nicht sehen. Wie der Guardian unter Berufung auf eine beim Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München vorgestellte Untersuchung berichtet, könnte eine moderate Portion Extra-Schlaf am Wochenende hingegen mit einer geringeren Häufigkeit von Bluthochdruck verbunden sein.

Und die Forscher haben sogar einen ziemlich konkreten Wert ermittelt: Bei einer Stunde und 27 Minuten zusätzlichem Schlaf am Wochenende zeigte sich in der Analyse der stärkste statistische Zusammenhang mit einer geringeren Häufigkeit von Bluthochdruck. Bei Menschen mit ungefähr 87 Minuten Nachholschlaf war Bluthochdruck statistisch rund neun Prozent seltener. Generell waren ein bis zwei zusätzliche Stunden Schlaf mit besseren Blutdruckwerten verbunden.

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Warum Ausschlafen dem Körper guttun könnte

Also nach einer kurzen Arbeitswoche einfach guten Gewissens noch einmal umdrehen? Studienautorin Dr. Nawon Lee von der Korea University in Seoul hat dafür eine einfache Erklärung. Zu wenig Schlaf bedeute zusätzlichen Stress für den Körper. Herz und Blutgefäße müssten stärker arbeiten und der Blutdruck könne steigen, erklärt sie laut Guardian. Etwas zusätzlicher Schlaf am Wochenende könne dem Körper dagegen die Chance geben, sich zu erholen.

Lee sagt deshalb: „Man sollte sich nicht faul oder schuldig fühlen, wenn man am Wochenende etwas länger schläft.“ Vor allem dann nicht, wenn unter der Woche Schlaf zu kurz gekommen ist. Denn: „Ein moderater Nachholschlaf am Wochenende könnte eine schützende Wirkung haben.“

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus bleibt dennoch sinnvoll. Auch Lee betont, dass feste Schlafens- und Aufstehzeiten wichtig bleiben. Die Untersuchung deutet lediglich darauf hin, dass ein moderates Nachholen nicht grundsätzlich problematisch sein muss.

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Daten von rund 40.000 Erwachsenen ausgewertet

Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von rund 40.000 Erwachsenen in Südkorea aus einem Zeitraum von sieben Jahren aus. Als „Nachholschlaf am Wochenende“ wurde dabei die Differenz zwischen der Schlafdauer an Wochentagen und am Wochenende definiert, berichtet der Guardian.

Insgesamt war zusätzlicher Wochenendschlaf mit einer um sechs Prozent geringeren statistischen Häufigkeit von Bluthochdruck verbunden. Den stärksten statistischen Zusammenhang fanden die Forscher bei den bereits erwähnten 87 zusätzlichen Minuten.

Wichtig ist dabei allerdings: Die Untersuchung zeigt einen Zusammenhang. Sie beweist nicht, dass 87 Minuten Ausschlafen Bluthochdruck verhindern. Auch andere Faktoren wie Bewegung, Gewicht und Ernährung bleiben für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wichtig.

Mehr als vier Stunden länger schlafen? Lieber nicht übertreiben

Wer jetzt schon plant, am Samstag den kompletten Vormittag zu verschlafen, sollte allerdings weiterlesen. Denn beim Ausschlafen scheint tatsächlich zu gelten: Viel hilft nicht unbedingt viel.

Bei Menschen, die am Wochenende mehr als vier Stunden länger schliefen als unter der Woche, zeigte sich in der Untersuchung sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck. Eine mögliche Erklärung nennt Studienautorin Lee: Bei sehr großen Unterschieden zwischen Wochentagen und Wochenende könnten Schlafunregelmäßigkeit und Störungen der inneren Uhr stärker werden und den möglichen Vorteil des Nachholschlafs wieder aufheben.

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Ausschlafen am Wochenende – aber mit Maß

Die Ergebnisse dürften vor allem diejenigen beruhigen, deren Wecker montags bis freitags besonders früh klingelt. Ein etwas längerer Schlaf am Wochenende muss demnach nicht automatisch mit einem schlechten Gewissen einhergehen.

Ein Freifahrtschein dafür, den ganzen Samstag oder den ganzen Sonntag zu verschlafen, ist das allerdings nicht. Sehr große Unterschiede zwischen Arbeits- und freien Tagen könnten den möglichen Vorteil wieder zunichtemachen. Wer sich am Wochenende noch einmal umdrehen möchte, sollte dies auf ein bis zwei zusätzliche Stunden beschränken.

Verwendete Quellen: The Guardian, European Society of Cardiology