Rennen mit Tempo 123 in der Stadt Drei Menschen sterben bei seiner Raser-Fahrt – jetzt fällt das Urteil gegen den 32-Jährigen
Fast ein Jahr nach der tödlichen Raser-Fahrt durch Offenbach ist das Urteil gefallen.
Drei Menschen verlieren an diesem Abend ihr Leben – darunter ein gerade einmal neun Jahre altes Mädchen. Das Landgericht Darmstadt verurteilt Edin D. zu sieben Jahren Haft. Der 32-Jährige war mit mindestens 126 km/h durch die Stadt gefahren, erlaubt waren 50. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar lebenslange Haft wegen Mordes gefordert.
Ragsha wird nur neun Jahre alt
Für die Angehörigen und Freunde der Opfer ist der Prozess kaum auszuhalten. Unter den Toten ist die neunjährige Ragsha.
An jenem Abend ist das Mädchen wie so oft bei ihrer Nachbarin Karin zu Besuch. Gemeinsam mit einer weiteren Freundin wollen die beiden später zum Kirchenchor fahren.
Petra Di Mauro, eine Freundin der getöteten Karin, hatte nur wenige Stunden zuvor noch Kontakt zu ihr. „Ich hatte zwei Stunden vorher noch mit ihr telefoniert und sie hat mir auch noch ein Video geschickt, mit der Kleinen zusammen“, erzählt sie im RTL-Interview. Für den darauffolgenden Dienstag seien sie sogar verabredet gewesen. Doch Karin meldete sich nicht mehr.
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Staatsanwalt Philip Ries fordert lebenslange Haft
Für die Staatsanwaltschaft ging das Verhalten des Angeklagten über Fahrlässigkeit hinaus. Sie forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. „Ab einem bestimmten Punkt ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung so schlimm: Wir sprechen nicht mehr über eine schlimme Fahrlässigkeit der Tat, sondern wir sprechen wirklich über Tötungsvorsatz“, erklärte Staatsanwalt Philip Ries im Gespräch mit RTL.
Das Gericht folgte dieser rechtlichen Bewertung jedoch nicht. Es sprach den 32-Jährigen wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge schuldig und verhängte sieben Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Edin D. schweigt – Angehörige hoffen auf Gerechtigkeit
Edin D. selbst äußerte sich während des Prozesses nicht zu dem tödlichen Unfall. Über seinen Verteidiger ließ er erklären, dass er sich nicht daran erinnern könne.
Rechtsanwalt Christian Heinemann verweist im RTL-Interview auf die Kopfverletzung seines Mandanten: „Er hat eine Kopfverletzung gehabt. Ein Airbag ist jetzt nicht irgendwie Watte.“
Für die Angehörigen kann das Verfahren die drei Opfer nicht zurückbringen. Doch sie hoffen zumindest auf eines: Gerechtigkeit. „Das sind wir diesen drei Menschen, glaube ich, schuldig“, sagt Petra Di Mauro.
Mit dem Urteil ist nun eine Entscheidung gefallen: sieben Jahre Haft für Edin D. Für die Familien und Freunde aber bleibt der Verlust – von drei Menschen, die an diesem Abend nicht mehr nach Hause kamen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Hessenschau


