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Offenbach am Main

Offenbach am Main ist eine Großstadt in Hessen, die unmittelbar an Frankfurt angrenzt und als Entstehungsort des Begriffes Hugenotten bezeichnet werden kann.

Offenbach am Main picture alliance / Markus Mainka | Markus Mainka

Die kreisfreie Stadt Offenbach am Main

Offenbach am Main ist eine kreisfreie Stadt in Hessen. Sie grenzt unmittelbar an Frankfurt am Main und gehört zum Rhein-Main-Gebiet. Mit rund 128.800 Einwohnern handelt es sich um die fünftgrößte Stadt innerhalb des Bundeslandes. Seit Juli 2019 besteht das Stadtgebiet von Offenbach aus insgesamt 21 Stadtteilen. In südlicher Richtung befindet sich der Stadtwald.

Offenbachs Entwicklung im Mittelalter

Offenbach war in der Anfangszeit ein Bauern- und Fischerdorf. In einer Urkunde von Kaiser Otto II. wurde es am 12. April 977 zum ersten Mal erwähnt. Im Mittelalter lebten in Offenbach in erster Linie Menschen, die einen sehr einfachen Lebensstil pflegten. Ein wichtiges Bauwerk aus dieser Periode ist das Isenburger Schloss, welches zu den Meisterwerken der Renaissance gehört. Bei Offenbachs Entwicklung zur Großstadt spielte es eine bedeutende Rolle. 1542 wurde in Offenbach das Papsttum abgeschafft und durch den lutherischen Glauben ersetzt. Im späten 16. Jahrhundert folgte die Einführung einer Polizei- und Gerichtsordnung. Die Ereignisse im Dreißigjährigen Krieg bremsten diese Entwicklung in einem starken Ausmaß. Es gab zahlreiche Todesopfer, nach dem Krieg kämpften die Einwohner gegen Hunger und Pest.

Veränderungen in Offenbach in der Neuzeit

Die liberale Religionspolitik sorgte für eine gravierende Veränderung in Offenbach. Im 18. Jahrhundert wanderten zahlreiche französische Protestanten aus ihrer Heimat aus und ließ sich in Offenbach nieder. Diese Menschen wurden als Hugenotten bezeichnet. Außerdem stieg die Zahl an jüdischen Einwohnern in dieser Phase um ein Vielfaches. Sie durften sich jedoch nur in Offenbach aufhalten, solange sie berufstätig waren. Im gleichen Zeitraum merkten Handwerker und Händler, dass diese Stadt so einige Vorteile mit sich brachte. Das war der Startschuss auf dem Weg zur Industrialisierung. Die überwiegend hugenottisch geprägte Textilindustrie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Offenbach. Außerdem gab es sichtbare Veränderungen bei den Einwohnern. Während in der Vergangenheit hauptsächlich Bauern dort ansässig waren, entwickelte sich in der Neuzeit eine Schicht von Bürgern.

Offenbach im 19. und 20. Jahrhundert

Nach der Zerstörung Offenbachs im Zweiten Weltkrieg, welche vor allem schwere Schäden in der Altstadt und im Westen zur Folge hatte, folgte ein zeitintensiver Wiederaufbau. Es entstand eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und kulturellen Einrichtungen. Die Ortslage An den Eichen gehört zu den Attraktionen der aktuellen Epoche.