Luftfilter in allen Klassenräumen

Lehrer fordern besseren Infektionsschutz in Schulen

Schüler sollen durch flächendeckend eingesetzte Luftfilter zukünftig besser geschützt werden.
Schüler sollen durch flächendeckend eingesetzte Luftfilter zukünftig besser geschützt werden.
© dpa, Georgios Kefalas, geke lop

24. Juli 2021 - 9:24 Uhr

Auch mehr Tests werden gefordert

Die Bedrohung durch eine vierte Corona-Welle im Herbst als Folge von Urlaub, Delta-Variante des Virus und Impf-Unwilligkeit steigt kontinuierlich. Im Hinblick auf den Start des neuen Schuljahres fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wirtschaft (GEW) Luftfilter für Klassenräume. Lehrer- und Ärztevertreter fordern zudem mehr Corona-Tests.

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Präsenzunterricht nicht gefährden

Die Corona-Infektionszahlen steigen gerade vor allem bei jungen Menschen. Angesichts dessen haben Lehrer- und Ärztevertreter die Bundesländer davor gewarnt, die Schulöffnungen nach den Sommerferien zu gefährden. Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte der "Rheinischen Post": "Wenn die Schulen krisenfest werden sollen und es nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht geben soll, dann sind Luftfilter - neben einem Hygienekonzept inklusive regelmäßiger Tests - in allen Klassenräumen erforderlich."

Der Bund habe zwar endlich ein Förderprogramm auch für mobile Luftfilter aufgesetzt. "Die Förderung ist aber auf die Schulräume der Kinder und Jugendlichen bis zwölf Jahre beschränkt. Das reicht nicht aus, da die hohen Zahlen besonders Jugendliche und junge Erwachsene betreffen", sagte Finnern.

Bundesärztekammer fordert tägliche Lolly-Tests für Schüler

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, forderte, noch in den Sommerferien die Infektionsschutzmaßnahmen für Schulen und Kitas vorzubereiten. Außerdem reichten die bisher in vielen Bundesländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche bei weitem nicht aus, sagte er der "Rheinischen Post".

Um die Infektionsdynamik zu verringern und Wechselunterricht zu vermeiden, müssten PCR-Pooltests – auch bekannt als Lolly-Tests - flächendeckend für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt werden und täglich zum Einsatz kommen. "Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung einen geregelten Schulbetrieb mit sozialen Kontakten", sagte Reinhardt.

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"Nicht geimpfte Personen sollten Impfangebote wahrnehmen"

Gleichzeitig appellierte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek an Erwachsene, sich gegen Corona impfen zu lassen - auch aus Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen. "Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen, sollten sich möglichst alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen solidarisch zeigen, indem nicht geimpfte Personen die Impfangebote wahrnehmen", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Solidarität der Erwachsenen wäre ein ganz wichtiger Beitrag, um nach den Sommerferien einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen."

Karliczek argumentierte: "Für die jüngeren Kinder ist kein Impfstoff zugelassen, für die Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren wird keine Impfung empfohlen. Darum: Je weniger das Virus unter den Erwachsenen zirkuliert, desto weniger kann es auch für die Jüngeren zu einer Gefahr werden. Auch Kinder und Jugendliche können schwer erkranken, und wir wissen auch noch zu wenig über Long Covid bei Kindern und Jugendlichen." (dpa/nri)

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