Zu viel Geld für unnütze Zahnspangen – Kritik vom Bundesrechnungshof

25. April 2018 - 12:30 Uhr

Kieferorthopädische Behandlungen: Nutzen nicht belegt - Kosten zu hoch

Viele Kinder und Jugendliche tragen eine Zahnspange. Die Kosten tragen die Kassen, aber auch zu einem erheblichen Anteil die Familien selbst. Doch der Nutzen dieser Behandlungen ist nicht belegt. Jetzt kritisiert der Bundesrechnungshof die enormen Kosten für kieferorthopädische Behandlungen. Wie eine Familie das erlebt und was ein Kieferorthopäde sagt, können Sie sich im Video oben ansehen.

Nutzen von Zahnspangen sei nur unzureichend erforscht

Die Krankenkassen wenden laut Rechnungshof pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro für kieferorthopädische Behandlungen auf - obwohl deren medizinischer Nutzen nur unzureichend erforscht sei.

Dem Gesundheitsministerium und den Krankenkassen fehlten wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Wirkung und Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen. Zudem hätten sie keinen Überblick, mit welchen kieferorthopädischen Leistungen die Bevölkerung konkret versorgt werde. Hinweisen auf diesen Missstand sei das Ministerium seit Jahren nicht nachgegangen.

"Auch im Sinne der Patienten ist zu klären, welche Leistungen zu Behandlungserfolgen führen", sagte Scheller. In anderen Leistungsbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung müsse der Nutzen einer Therapie wissenschaftlich bestätigt sein. "Das sollte auch bei kieferorthopädischen Behandlungen der Fall sein."