Studie über sogenannte „Störer”Schwierige Mitmenschen lassen uns schneller altern

Wer sich mit einer Kränkung intensiv auseinandersetzt, gewinnt an innerer Stärke.
Soziale Beziehungen sind nicht immer einfach (Symbolbild).
Christin Klose/dpa-tmn

Vorsicht vor diesen Menschen!
Negative soziale Beziehungen, die uns belasten, lassen uns auch schneller altern – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA. Doch was steckt genau dahinter? Und worauf sollten wir in unserem Alltag nun besonders achten? Wir fassen den Kern dahinter zusammen.

Fast jeder Dritte hat „Störenfriede” in seinem Leben

Die Studie mit dem Titel „Negative soziale Bindungen als neue Risikofaktoren für beschleunigtes Altern, Entzündungen und Multimorbidität” untersucht die gesundheitlichen Folgen für Menschen, die von sogenannten „Störern“ ausgehen – von den Forschern als solche Personen definiert, „die Probleme verursachen oder das Leben erschweren“. Das können Familienmitglieder oder Freunde sein sowie Nachbarn, Mitbewohner und besonders Arbeitskollegen.

Rund 30 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass sie mindestens einen „Störenfried” in ihrem sozialen Umfeld haben. Und das hat nach Angaben der Forscher Folgen für ihren Alterungsprozess: Für jede „Störer”-Person beschleunigt sich der um 1,5 Prozent. Der Tagesanzeiger rechnet es genauer vor: Pro Jahr altern Betroffene fünfeinhalb Tage zusätzlich, nach zehn Jahren sind sie dann biologisch bereits zwei Monate älter als Altersgenossen ohne diesen Stress.

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Doch nicht alle Personen sind gleichermaßen von diesem stressbedingten Altern betroffen. Die Autoren der Studien halten als Ergebnis fest, dass bestimmte Gruppen häufiger von „Störern” berichten. So haben zum Beispiel typischerweise mehr mit den Belästigungen zu kämpfen als Männer.

Diesen Rat haben die Forscher für Beziehungen

„Nicht alle sozialen Kontakte sind förderlich“, sagt Byungkyu Lee, Assistenzprofessor für Soziologie an der New York University und Hauptautor der Studie, im Interview mit Washington Post. „Diese weniger positiven Beziehungen können als chronischer Stressfaktor wirken, sodass die Anwesenheit solcher Menschen das Leben tatsächlich sehr erschwert.“ Messbar ist das dann unter anderem am Alterungsprozess.

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Was rät der Studienautor jetzt? Beziehungen sorgfältig überdenken, Störenfriede nach Möglichkeit meiden und die Verbindungen abbrechen, die Negativität und Stress ins eigene Leben bringen – auch wenn dies schwer fällt. „Wenn man genügend angenehme Menschen im eigenen Umfeld hat, kann das einen beruhigenden Einfluss auf den Alterungsprozess haben.“

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Studie analysiert Fragebögen und DNA-Proben

Für die Studie sammelten Lee und seine Kollegen Daten von insgesamt über 2.000 Personen aus dem US-Bundesstaat Indiana. Die Teilnehmer beantworteten einen umfangreichen Fragebogen und gaben Speichelproben ab, die die Forscher dann auf DNA-Veränderungen analysierten. So konnten sie Rückschlüsse aufs biologische Altern schließen.

Diese Studie belegt allerdings keinen finalen kausalen Zusammenhang. „Wir wissen nicht, ob Störenfriede tatsächlich dafür verantwortlich sind, dass Menschen schneller altern“, merkte Lee bei Washington Post an. „Was wir hier beobachten, ist eine Art Zusammenhang zwischen Störenfrieden und der Alterungsrate.“ Und das ist auch so schon eine bemerkenswerte Erkenntnis!

Verwendete Quellen: Studie, Washington Post, Tagesanzeiger