Schönheits-OP für das perfekte Zoom-Face

Homeoffice lässt Wunsch nach Facelift wachsen

Mehr Zeit im Home-Office bedeutet auch: mehr Videocalls! Und für die muss das Zoom-Gesicht sitzen. Dafür legen sich viele unters Messer.
Mehr Zeit im Home-Office bedeutet auch: mehr Videocalls! Und für die muss das Zoom-Gesicht sitzen. Dafür legen sich viele unters Messer.
© iStockphoto, Srdjan Pavlovic

11. Juni 2021 - 14:55 Uhr

Lid und Lippe aufhübschen für den Videocall

Der perfekte Augenaufschlag für den Videocall: Dafür legen sich viele unters Messer. Der Wunsch für das makellose Zoom-Face hat laut Ansicht von Schönheitschirurgen zugenommen. Die Pandemie wirkt sich außerdem darauf aus, welche Behandlungen im Gesicht Patienten wünschen.

Home-Office als Treiber der Schönheits-OPs

Der Wunsch nach einem ansprechenden "Zoom-Face" im Arbeits- und Privatleben hat sich nach Ansicht von Schönheitschirurgen durch die Pandemie in Deutschland weiter verstärkt. Als Gründe für Lidstraffungen und Faltenglätten im Gesicht würden von Kunden häufiger als früher Homeoffice, Masketragen und Videokonferenzen genannt, teilte die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) am Freitag mit. Basis für die Erkenntnisse sind die Behandlungszahlen und Umfragen in Praxen und Kliniken von rund 100 Mitgliedern in der größten deutschen Facharzt-Vereinigung von Schönheitschirurgen.

Lese-Tipp: Es muss nicht immer gleich eine teure Schönheits-OP sein! Wer vor der Kamera besser aussehen möchte, sollte diese 5 Tipps beachten. Und damit Sie bei der Besprechung per Skype, Zoom & Co. eine gute Figur machen, sollten Sie außerdem beim Schminken ein paar Dinge beachten – welche das sind, erfahren Sie hier.

Ästhetische Eingriffe für Social Media

Insgesamt ging der Wunsch nach Schönheitschirurgie im Pandemiejahr 2020 danach jedoch leicht zurück. Die VDÄPC verzeichnete gegen diese allgemeine Tendenz eine Steigerung der Gesichtsbehandlungen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,6 Prozent - auf 60384. Das entspreche einem weltweiten Trend. VDÄPC-Präsident Steffen Handstein führt den Anstieg dieser vorwiegend kleineren ästhetischen Eingriffe auf die vermehrte Teilnahme an Videoschalten im Homeoffice zurück. Eine Rolle spiele aber sicher auch die Nutzung von Smartphones und Social Media samt Kamera im privaten Bereich. All das führe vermutlich zu einer kritischeren Betrachtung der eigenen Optik.

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Im Video: Unentdeckte Schönheits-OPs durchs Home-Office

Schönheitschirurgen berichten nach dem Lookdown von einem regelrechten Boom auf Fettabsaugungen, Hautschraffungen & Co. Doch die Nachfrage ist nicht etwa so hoch, weil sich viele im Home-Office ein paar Kilos zu viel angefuttert haben. Wir haben eine Mutter zur Schönheits-OP begleitet und mit ihr und den Ärzten darüber gesprochen, warum sich aktuell so viele unter das Messer legen wollen. Schwellungen und Pflaster bleiben im Home-Office nämlich gut versteckt. Bei vielen Schönheitschirurgen liefen deswegen in den letzten Wochen die Telefone heiß und es kam zu einem regelrechten Terminstau. Doch ob ein solcher Eingriff wirklich unbemerkt bleibt? Wir haben den Test mit der versteckten Kamera gemacht. Mehr dazu im Video!

Lid statt Lippe: Maske ändert Präferenzen

Gesichtsästhetik stehe nun bei Schönheitschirurgen mit an führender Stelle aller Eingriffe. Im Coronajahr 2020 hätten dabei zum Beispiel Lidstraffungen die Lippenkorrekturen nach weiter hinten verdrängt. Beliebt war die Aufhübschung der Augenpartie besonders auch bei Männern. Ein strahlendes Lächeln mit den Augen sei in Zeiten von Maskenpflicht wohl zum elementaren Kommunikationsmittel geworden, ergänzte Handstein. Dagegen sei der Wunsch nach Eingriffen jenseits der Kamerawinkel leicht zurückgegangen - von der Brustvergrößerung bis zum Fettabsaugen an Bauch, Beinen und Po.

OPs während Corona seltener möglich

Insgesamt verzeichneten die befragten Ärzte 2020 rund 81500 Behandlungen. Davon waren rund 33 100 ästhetisch-plastische Operationen und rund 48 400 schonendere Eingriffe. Im Vergleich zu 2019 sind die Gesamtzahlen aller betrachteten Behandlungen leicht um fast 2000 zurückgegangen. Das kann auch daran liegen, dass Praxen und Kliniken in der Pandemie aus Sorge vor Ansteckung seltener aufgesucht wurden - oder OPs zeitweise gar nicht möglich waren.

Behandlungen seien jedoch nicht für jeden Menschen geeignet und auch nicht immer medizinisch sinnvoll, hieß es vom Fachärzteverband der Schönheitschirurgen. Trotz steigender Akzeptanz und Popularität von Schönheitschirurgie warnen sie vor "unseriösen Billigangeboten". (dpa/ebr)

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