Hörlitzer rüsten mit Zäunen auf

Wildschweinplage zerstört Dorfidylle: Eltern lassen Kinder nicht mehr alleine auf den Spielplatz

14. Juni 2021 - 21:29 Uhr

Wildschweine umzingeln Lieblingsplätze der Anwohner

Wildschwein und Mensch rücken vielerorts immer enger zusammen, der Lebensraum wird knapper. Wenn aber Eltern ihre Kinder nicht mehr alleine auf den Spielplatz lassen, weil eine Wildschweinplage den Ort belagert, dann schlagen Anwohner verständlicherweise Alarm. Denn die Begegnung mit Bachen und ihren Jungen kann gefährlich werden. In der Gemeinde Schipkau in Süd-Brandenburg umzingeln die Wildtiere mittlerweile Spielplätze oder spazieren mit ihrem Nachwuchs direkt an den Haustüren der Anwohner vorbei. Wie gefährlich nah die Tiere kommen, sehen Sie im Video.

Gemeinde verspricht Hilfe

Wildschweine wüten in Gärten in Hörlitz
Wildschweine zerstören Vorgärten in Hörlitz.
© www.hoerliz.de

Die Schipkauer rüsten deshalb jetzt selbst mit Zäunen auf, sichern ihre Gärten sogar teilweise mit Elektrozäunen und Stacheldraht. "Die Leute wollen Lösungen haben, dass man das Problem ernst nimmt und annimmt", erklärt Thomas Nützsche, Ortsvorsteher von Hörlitz, im RTL-Interview. Schon vor einigen Wochen habe die Gemeinde deshalb versucht, die Tiere mit Stinkespray zu vertreiben. "Das hält aber nicht lang an", bemängelt Nützsche. Nach wenigen Tagen seien die Tiere wieder da gewesen. Im letzten Jahr hat er als Ortsvorsteher schon eine Sondergenehmigung für die Bejagung im befriedeten Gebiet gestellt. Denn einfach so darf in Wohnsiedlungen nicht geschossen werden. Nützsche hatte deshalb bereits einen Jäger organisiert und die Genehmigung aller Grundstückseigentümer eingeholt. Die Untere Jagdbehörde des Landkreises hat den Antrag aber abgelehnt.

Doch die Ursache des Problems liegt tiefer. Hörlitz ist umgeben von Brachflächen, Solarfeldern und Firmengeländen. Dort finden die Tiere nicht genug Lebensraum und drängen deshalb in die Wohnsiedlungen, wo sie in den Gärten genug Nahrung finden. Nützsche hat deshalb jetzt in einem Brief an den Bürgermeister appelliert, schnell zu handeln. In ihrer Antwort verspricht die Gemeinde zumindest, die verwilderten Gemeindeflächen, auf denen sich die Tiere wohlfühlen, zu beseitigen und den Spielplatz durch einen sicheren Zaun zu schützen. Nützsche hofft, dass sich die Tiere so zurückziehen und die Hörlitzer wieder sorglos vor die Tür treten können. (nba)

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