Gefahrenmeldung via Smartwach

Kann dieses System Schwimmer vor dem Ertrinken retten?

Überwachungssystem hilft, Leben zu retten Unterstützung für Bademeister
02:19 min
Unterstützung für Bademeister
Überwachungssystem hilft, Leben zu retten

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Entspannt einige Bahnen schwimmen oder vergnügt im Wasser planschen – der Besuch im Hallenbad ist für viele eine willkommene Abwechslung in der kalten Winterzeit. Dabei darf aber auch die Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden. Deswegen testet ein Hallenbad in Wiesbaden nur ein neues Überwachungssystem, um die Besucher vor dem Ertrinken zu retten. Wie das funktioniert, zeigen wir im Video.

Badeunfälle sollen vermieden werden

Über die Smartwatch übermittelt das System die Gefahrenmeldungen an den Bademeister.
Über die Smartwatch übermittelt das System die Gefahrenmeldungen an den Bademeister.
rtl.de

Anfang des Jahres war ein 5-jähriger Junge in einem Hallenbad in Biberach (Baden-Württemberg) ertrunken. 2019 kam es zu einem tragischen Unglück in einem Schwimmbad in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen), bei dem ein 5-jähriges Mädchen ertrank.

Um solche tragischen Unfälle zu vermeiden, hängen im Hallenbad „Kleinfeldchen“ in Wiesbaden aktuell vier Kameras von der Decke. Sie gehören zu dem Überwachungssystem „Lynxight“ und überwachen und analysieren das Verhalten der Schwimmer. Das System stammt aus Israel, Florian Grojer ist der Partner des Unternehmens in Deutschland: „Das System fokussiert sich auf das Wasserumfeld und sieht durch das Wasser hindurch. Es filtert Störungen wie Reflexionen, Wellenbildung aus dem Bild heraus, um klar durch die Wasserfläche hindurch sehen zu können. Es setzt ganz bewusst nicht auf die Gesichtsauswertung, sondern fokussiert sich auf den Bewegungsablauf.“

Das heißt, wenn sich ein Schwimmer 20 Sekunden nicht bewegt oder sich ungewöhnlich verhält, zeigt das System eine Notfallmeldung an. Diese Meldung bekommen die Bademeister dann auf ihre Smartwatch, damit sie entsprechend reagieren können.

Eine Chance, Leben zu retten

Dank der rechtzeitigen Gefahrenmeldung kann der Badegast gerettet werden.
Dank der rechtzeitigen Gefahrenmeldung kann der Badegast gerettet werden.
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Auch wenn sich das System aktuell noch in der Testphase befindet, ist die Badeleitung schon jetzt begeistert:„Das System ist das dritte Auge und hat alle Ecken immer im Blick. Wir bekommen schon einen Alarm auf die Smartwatch, wenn nur eine Warnung ist, wenn beispielsweise ein Kind sich von den Eltern entfernt hat, das nur mit Schwimmflügeln ist und nicht schwimmen kann. Da können wir dann schon präventiv drauf zugehen und sagen: Bitte passen Sie auf Ihr Kind auf“, erklärt Angelina-Lisa Schneider.

Die Aufnahmen erscheinen nur kurzzeitig auf der Smartwatch und werden anschließend gelöscht, weswegen auch Datenschützer kein Problem mit dem System haben. Für die Bademeister des Hallenbades in Wiesbaden ist es aber vor allem eine große Chance, Leben zu retten. (ast)