Schwere Vorwürfe im Fall der getöteten Leonie (13) aus Wien

"Sie haben das Mädchen mit Ecstasy wehrlos gemacht und vergewaltigt"

In Wien gedachten zahlreiche Österreicher und Österreicherinnen der verstorbenen Leonie.
In Wien gedachten zahlreiche Österreicher und Österreicherinnen der verstorbenen Leonie.
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12. Juli 2021 - 11:28 Uhr

Leonie: Ihr Tod erschütterte ganz Österreich

Der Tod der jungen Leonie (13) erschütterte Österreich. Die Schülerin soll im Juni von vier Männern im Alter von 16 bis 23 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein. Später legten diese sie dann an einem Baum ab. Für Leonie kam jegliche Hilfe zu spät. Was sich in der tragischen Nacht genau abspielte, ist nach wie vor unklar. Ein Bekannter der jungen Männer belastet die mutmaßlichen Täter nun allerdings schwer.

Wurde Leonie mit Drogen wehrlos gemacht und vergewaltigt?

Gegenüber "oe24" verriet der Bekannte, dass der erste Kontakt über Instagram entstanden sei: "Sie haben ein Mädchen, das einer von ihnen, nämlich der 16-Jährige, auf Instagram kennengelernt hat, von Tulln nach Wien gelockt", sagt er. "Dann haben sie das Mädchen mit Ecstasy wehrlos gemacht und in die Wohnung des 18-Jährigen gebracht und vergewaltigt."

Aus dem Obduktionsbericht, der "Heute.at" vorliegt, war hervorgegangen, dass Leonie jede Menge Drogen im Blut hatte. Der Körper der 13-Jährigen konnte demnach weder der Menge an Drogen noch dem Gewicht der Männer standhalten. Eine Freundin des 18-jährigen Tatverdächtigen sagt gegenüber "oe24" dazu: "Einige Afghanen strecken ihr Marihuana, indem sie [...] Liquid Ecstasy drauftröpfeln. Frauen lassen dann Sachen zu, die sie sonst nicht machen würden." Die Tatverdächtigen sind afghanischer Herkunft.

Wien: Der Notarzt konnte Leonie nicht mehr helfen

Die 13-Jährige soll von mehreren Männern vergewaltigt worden sein.
An diesem Baum in Wien wurde die leblose Leonie abgelegt.
© Unbekannt

Klar ist, dass Leonie am 26. Juni mit einer Freundin in Tulln an der Donau unterwegs war. Während ihre Freundin gegen 23.30 Uhr nach Hause zurückkehrte, fuhr Leonie allerdings noch mit einem Bekannten (27) nach Wien. Dort trennten sich die Wege der beiden jedoch. Leonie soll ihrem Begleiter später geschrieben haben, sie wolle noch länger in der österreichischen Hauptstadt bleiben. Der 27-Jährige fuhr daher alleine zurück nach Tulln.

In Wien lernte Leonie dann zwei der Tatverdächtigen kennen. Zusammen fuhren sie schließlich in die Wohnung eines weiteren Tatverdächtigen, des 18-Jährigen. In der Wohnung, in der die Vergewaltigung des Mädchens stattgefunden haben soll, verlor Leonie schließlich das Bewusstsein. Sie wurde vor dem Haus auf einer Grünfläche an einen Baum gelehnt. Der Notarzt, der kurz darauf gerufen wurde, konnte ihr nicht mehr helfen.

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Tätverdächtige beteuern: Der Sex mit Leonie war einvernehmlich

Die Tatverdächtigen streiten den Vorwurf des Mordes und der Vergewaltigung ab. Leonie sei freiwillig mit in die Wohnung gekommen, der Sex habe einvernehmlich stattgefunden, sagt Dr. Thomas Nirk, der Anwalt des 18-Jährigen. Die Drogen – die Rede ist von einer riesigen Überdosis Ecstasy – müsse Leonie vorher zu sich genommen haben.

Darüber hinaus hätten die jungen Männer dem Mädchen Joghurt und Honig gegeben, um ihr zu helfen. Am Baum vor dem Haus sollen sie versucht haben, Leonie mit einer Herzdruckmassage zu retten. Drei der Tatverdächtigen wurden mittlerweile verhaftet. Ein 22-Jähriger ist aktuell auf der Flucht.

Ob Leonie tatsächlich vergewaltigt wurde, soll ein Obduktionsbericht klären. Noch liegen dazu keine Informationen vor. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

(jda)

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