Seltener Fall aus Wien

Frau ist vierfach geimpft - weil sie keine Antikörper entwickelte

Bozidarka S.  wurde schon zum vierten Mal geimpft - weil sie keine Antikörper hatte.
Bozidarka S. wurde schon zum vierten Mal geimpft - weil sie keine Antikörper hatte.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg exa chs kno hus

14. Oktober 2021 - 10:47 Uhr

Bozidarka S. wurde schon zum vierten Mal geimpft

Gerade ältere Menschen bekommen derzeit ihre dritte Corona-Impfung, auch Booster-Impfung genannt, um auch im Winter ausreichend gegen das Virus geschützt zu sein. Die Wienerin Bozidarka S. hat mittlerweile sogar schon ihren vierten Piks erhalten, wie "heute.at" berichtet. Der Grund: Sie entwickelte keine Antikörper. Aber warum ist das so? Und wen betrifft das?

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Bozidarka S. hat keine Antikörper

Die 66-jährige Bozidarka S. hat Asthma und Diabetes. Um sich vor Covid zu schützen, ließ sie sich im Frühling zwei Mal mit Moderna impfen. Als sie einige Zeit später wegen eines Kreislaufkollaps ins Krankenhaus musste, legte man ihr nach Untersuchungen die dritte Impfung mit AstraZeneca nahe. Doch auch dabei sollte es nicht bleiben. Sie konnte bisher aufgrund ihrer Grunderkrankung keine Antikörper bilden, war demnach auch nach der dritten Impfung noch nicht wirksam geschützt. Aber wie häufig kommt so etwas vor?

Experte: "Sehr sehr selten"

"Generell ist das sehr, sehr selten, dass man mehr als drei Impfungen gibt beziehungsweise, dass man ein sogenannter Non-Responder ist, also auf eine Impfung – das kennt man auch bei anderen Impfungen – nicht reagiert. Aber eben, wenn man spezielle Grundkrankheiten hat, ist das schon eine Sache, die möglich ist", sagt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia im RTL-Interview. "Eine chronische Erkrankung kann dazu führen, dass die Antikörperbildung nicht adäquat ist, andererseits sehen wir, dass auch bei sehr alten Menschen nicht so viele Antikörper gebildet werden, wie zum Beispiel bei jungen Menschen, die geimpft werden."

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Hilft der vierte Piks?

Die 66-Jährige Wienerin scheint also doppelt vorbelastet zu sein. Einmal durch ihr Alter und dann aufgrund ihrer Vorerkrankung. Aber welche Möglichkeiten gibt es, um doch noch Antikörper gegen das Virus zu entwickeln? Dr. Zinn schlägt eine "andere Impfstoffkombination" vor, also zum Beispiel nach einer doppelten Dosis des Biontech-Impfstoffs AstraZeneca zu spritzen. "Die Kreuzimpfungen sind da wirklich eine gute Lösung", sagt er.

Bozidarka S. hat nach Medienberichten auch schon diese Möglichkeit erfolglos hinter sich gebracht und sich jetzt zum insgesamt viert Mal impfen lassen – zum insgesamt dritten Mal mit dem Impfstoff von Moderna. Bedenklich sei das nicht, sagen Experten. Eine Kontrolle in der kommenden Woche soll Gewissheit bringen, ob es diesmal geholfen hat. (xst)