Wie ist das möglich?An diesem Apfelbaum hängen mehr als 100 verschiedene Sorten

Apfelbaum
Um den Überblick zu behalten, führt ein Seil von jedem Ast einer Sorte zu einer kleinen Informationstafel.
RTL Nord
von Nina Wrede und Rafael Hein

Der „100-Sorten-Baum“ sieht schon von Weitem ziemlich verrückt aus.
Gärtner Jochen Bock ist stolz auf den Apfelbaum, der im Rendsburger Kulturzentrum Nordkolleg steht. Saftige, saure, jahrhundertealte und neue Sorten an nur einem Baum. Aber wie funktioniert das?

Im Video: Reinbeißen ohne Reue! Die erste Allergiker-Apfelsorte

Acht Monate im Jahr trägt der Apfelbaum Früchte

Normalerweise wächst an einem Apfelbaum nur eine Sorte Früchte. In Rendsburg, Schleswig-Holstein ist das allerdings anders. Hier gibt es einen Apfelbaum, an dem mehr als 100 verschiedene Apfelsorten wachsen. Das ist einmalig in Deutschland. Und da der Baum so viele Sorten hat, trägt er acht Monate im Jahr Früchte.

Auf den Sortenreichtum ist Jochen Bock besonders stolz.

„Das ist etwas Tolles, dass man was für die Nachwelt erhält, vielleicht. Und einfach die Vielfalt, da gibt es so viele verschiedene Geschmäcker und ich lerne jedes Jahr neue Äpfel kennen.“

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Jahrelange Veredelung ist notwendig

Apfelbaum
Mitte April wird der Basisbaum mit Trieben neuer Sorten veredelt.
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Schon seit vielen Jahren veredelt Gärtner Jochen Bock den Apfelbaum, der in den 50ern gepflanzt wurde. Dafür nimmt er den Trieb von einer neuen Sorte, steckt ihn in einen angeschnittenen Ast und bindet ihn fest. Nach etwa einem Jahr wächst dann die neue Apfelsorte. Das ist der einzige Weg, um eine bestimmte Sorte anzubauen. Einfach nur die Apfelkerne aussäen funktioniert nicht. Obstbäume können im Frühjahr mit anderen Sorten veredelt werden - der Hauptmonat für die Veredelung ist der April.

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Besonders die alten Sorten sind wegen ihrer Inhaltsstoffe auch gut für Allergiker geeignet. Mehr als 350 Apfelsorten hat Jochen Bock insgesamt schon gesammelt und es werden ganz sicher noch viele weitere dazukommen.(hst)