Wir machen den Test

Wie gut sind Allergie-Selbsttests für zu Hause?

12. September 2019 - 10:35 Uhr

Allergie-Selbsttest für zu Hause: Funktioniert er wirklich?

Die Nase läuft, die Augen tränen, der Hals kratzt - die Diagnose ist dann häufig eine Allergie. Doch viele wissen gar nicht, dass sie überhaupt allergisch sind. Mit Selbsttests soll man mögliche Allergien, wie eine Tierhaarallergie, aber auch Lebensmittelunverträglichkeiten ganz einfach selber erkennen. Aber sind die Selbsttests für zu Hause so verlässlich wie die beim Arzt? Wir machen den Test. Sehen Sie im Video das Ergebnis.

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Dabei führen die sogenannten Allergene zu Reaktionen mit unangenehmen bis gefährlichen Nebenwirkungen, welche teilweise für den menschlichen Körper unschädlich sind. Alleine in Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 30 Prozent der 18 bis 79-Jährigen in Deutschland im Laufe ihres Lebens eine Allergie festgestellt.

Dabei sind Frauen mit 35,8 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 24,1 Prozent. Sofern eine Allergie diagnostiziert wurde, erfolgt die Behandlung hauptsächlich durch Vermeidung oder Reduzierung der Allergene sowie durch den Einsatz von Medikamenten.

Tierhaarallergie

Die Katze ist Deutschlands Heimtier Nummer eins. Insgesamt leben 13,7 Millionen Samtpfoten in 22 Prozent der Haushalte, wie eine Studie des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) zeigte. Hunde belegen den zweiten Platz der Lieblingstiere: 9,2 Millionen Hunde leben in 18 Prozent der deutschen Haushalte. Doch so gerne viele Familien sich ein Haustier wünschen, können viele den Wunsch nicht erfüllt bekommen. Der Grund: eine Tierhaarallergie. Denn etwa 10 Prozent der Bevölkerung haben eine allergische Sensibilisierung gegen Tiere.

Wer eine Tierhaarallergie hat, reagiert aber eigentlich nicht auf die Tierhaare an sich. Auslöser sind die eiweißhaltigen Bestandteile des Speichels, des Schweißes, des Talgs oder Urins der Tiere. Diese Partikel haften an den Tierhaaren. Atmen Allergiker diese ein, reagieren sie entsprechend. Typische Symptome sind gerötete Augen, Kribbeln und Jucken von Augen und Nase sowie Schnupfen.

Tipps für Tierhaar-Allergiker

  • Sind Sie selbst oder ein Familienmitglied sehr allergieanfällig, empfiehlt es sich aus gesundheitlichen Gründen auf ein Haustier zu verzichten.
  • Ist der Kontakt zu dem Tier unvermeidbar, entfernen Sie sorgfältig die Tierhaare aus Ihrer Kleidung.
  • Sollte ein Haustier bei Ihnen wohnen, reinigen Sie gründlich alle Polstermöbel, Vorhänge, Teppiche und Matratzen, um die Allergenbelastung gering zu halten.
  • Lassen Sie Ihr Haustier nicht ins Bett oder ins Schlafzimmer.

Für Katzenliebhaber gibt es einen Grund zur Freude, denn bald soll es einen einen Impfstoff gegen Katzenhaar-Allergien geben. 

Was ist eine Lebensmittelunverträglichkeit?

Hinter Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen können Intoleranzen auf bestimmte Lebensmittel stecken. Einige Menschen vertragen beispielsweise keinen Fruchtzucker, Laktose oder Gluten, andere wiederum sind gegen spezielle Lebensmittel wie Nüsse oder Fisch allergisch.

Experten unterscheiden zwischen einer Unverträglichkeit und einer Allergie. Bei einer Allergie werden bestimmte Bestanteile im Essen als "störend" empfunden. Dadurch wird eine allergische Reaktion hervorgerufen. Bei einer Unverträglichkeit hingegen ist die Fähigkeit des Darms meist eingeschränkt, gewisse Lebensmittelbestandteile richtig zu verdauen oder abzubauen. Das sind typische Symptome einer Lebensmittelallergie. 

Um zu erkennen, ob Sie an einer Allergie oder einer Unverträglichkeit leiden, gibt es verschiedene Selbsttests für zu Hause. Im Video haben wir getestet, ob sie wirklich gut funktionieren.