Gesundheitslexikon: Katzenallergie (Katzenhaarallergie)

29. November 2018 - 15:52 Uhr

Katzenallergie: Reagiert Ihr Körper mit Niesattacken und Juckreiz auf Katzen?

Fast 13 Millionen Katzen leben in den deutschen Haushalten – und das, obwohl die Katzenhaarallergie zu den häufigsten Allergien gehört. Statt Kuscheln besteht die Realität für Katzenallergiker aus laufenden Nasen, Juckreiz und Niesattacken. Katzenhaarallergien richten sich allerdings nicht gegen Katzenhaare, sondern gegen Eiweiße in Speichel, Talg und Urin der Tiere.

Was ist eine Katzenallergie?

Das Abwehrsystem von Menschen mit Katzenallergie stuft das eigentlich harmlose Protein "Fel d 1" im Speichel, Urin und Hautsekret von Katzen als Gefahrenquelle ein. Welche Mengen vom Allergen "Fel d 1" eine bestimmte Katze produziert, hängt neben dem Geschlecht vom Alter und der Rasse ab. Über das Katzenhaar verteilt sich das Eiweiß in der Raumluft und erreicht in Kleinstmengen die Schleimhäute und Atemwege der Betroffenen, wo es "Histamin" freisetzt, das wiederum allergische Reaktionen auslöst. Die Katzenhaarallergie ist eine "Typ 1-Allergie". Bei diesen Soforttypallergien treten Symptome relativ unmittelbar nach dem Allergenkontakt auf.

Ursachen

Auslöser von Katzenallergien sind Fehlfunktionen des Immunsystems, die eine übersteigerte Immunreaktion verursachen. Obwohl die meisten Katzenhaarallergien in der Regel das Allergen "Fel d 1" fokussieren, können grundsätzlich Reaktionen gegen die "Fel d"-Allergene eins bis sieben vorkommen. Das Immunglobulin "E" leitet dann die Abwehrüberreaktion in die Wege. Das Immunsystem bildet daraufhin Antikörper, die an Mastzellen binden und dadurch Entzündungsbotenstoffe freisetzen. Durch diesen Mechanismus entstehen die Entzündungsreaktionen. In vielen Familien treten Überempfindlichkeitsreaktionen bestimmter Allergietypen gehäuft auf – sie sind also vermutlich erblich bedingt.

Symptome

Die Symptome der Katzenhaarallergie unterscheiden sich von Allergiker zu Allergiker. Niesen, eine laufende Nase, Jucken oder Halskratzen bis hin zu Reizhusten und Rachenentzündungen sind verbreitete Beschwerden, die Betroffene oft fälschlicherweise für Erkältungen halten. Neben Atemwegssymptomen durchleiden Katzenallergiker nach dem Proteinkontakt oft Beschwerden im Bereich der Augen und Haut. Dazu zählen Rötungen und Schwellungen mit Juckreiz oder Quaddeln. Augenbeschwerden reichen von geröteten über tränende bis hin zu zugeschwollenen Augen. Im Langzeitverlauf entwickeln Katzenallergiker oft Schlafstörungen, Kopfschmerz und Konzentrationsschwächen. Auch Asthma kann durch Katzenhaarallergie entstehen.

Diagnose

Aufschluss über Katzenhaarallergien gibt der sogenannte "Prick-Test", ein Hautkontakttest mit dem Allergen, oder aber eine Blutuntersuchung. Bei Verdacht auf Katzenallergien führen Sie idealerweise ein Allergietagebuch und halten darin spezifische Situationen einschließlich aller erlebten Symptome fest. Oft scheuen sich Katzenallergiker auch vor dem Zugeständnis, dass ihr Haustier sie krank macht. Erfolgt die Diagnose aber zu spät, können sich beispielsweise lebensgefährliche Asthmaanfälle entwickeln. Die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Allergiefacharzt ist daher sehr empfehlenswert. In Einzelfällen sind die Allergien angeboren.

Behandlung

Die wichtigste Therapie besteht für Tierhaarallergiker in der Kontaktvermeidung. Katzenallergiker sollten keine Katzen halten oder trennen sich idealerweise von ihren Haustieren. Auf die Trennung folgt eine sehr gründliche Reinigung der Wohnung. Für Katzenhaarallergiker mit seltenem Tierkontakt oder geringer Beschwerdeintensität eignen sich medikamentöse Therapien mit Antihistaminika, Glukokortikoiden oder Adrenalinsprays. Gegen Hautirritationen helfen antiallergische Salben. Nur wenige Patienten erleben bei Katzenhaarallergie erfolgreiche Desensibilisierungen basierend auf der Gabe von Allergenen. Diese Therapieform kann bei Tierhaarallergien sogar eine Verschlimmerung der Symptome nach sich ziehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.