Säfte enthalten Frostschutzmittel

Schon 300 Kinder tot! WHO warnt vor gepanschtem Hustensaft

Krankes Kind bekommt Hustensaft
In mehreren Ländern sind Kinder nach der Einnahme von gepanschtem Hustensaft gestorben. Die WHO ruft Eltern und Mediziner zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.
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Nach dem Auftauchen lebensgefährlicher Hustensäfte für Kinder in sieben Ländern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Länder aufgerufen, stärkere Prüfungen durchzuführen. Gefälschte Medikamente oder solche, die die Sicherheitsstandards nicht erfüllen, müssten identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden, mahnt die WHO in einer aktuellen Mitteilung.

Noch keine Fälle in Europa bekannt

In den vergangenen Monaten seien mindestens 300 Kleinkinder in drei Ländern nach der Einnahme von Hustensäften gestorben, die ohne Rezept gekauft werden können. Sie enthielten giftige Stoffe wie industrielle Lösungsmittel oder Frostschutzmittel, die schon in kleinen Mengen tödlich sein könnten.

Um welche Länder es sich handelte, teilte die WHO zunächst nicht mit. Die Organisation hatte bereits Warnungen zu Vorfällen in Gambia, Indonesien und Usbekistan herausgegeben.

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Hustensaft enthält Frostschutzmittel

In den vergangenen vier Monaten habe es mehrere Berichte gegeben, in denen rezeptfreier Hustensaft dieser Hersteller nachweislich oder vermutlich verunreinigt gewesen sei, schreibt die WHO weiter. „Bei den Verunreinigungen handelt es sich um giftige Chemikalien, die als industrielle Lösungsmittel und Frostschutzmittel verwendet werden.“ Diese Chemikalien können bereits in geringen Dosen tödlich sein und „sollten niemals in Arzneimitteln enthalten sein“.

Laut WHO sind vor allem die Hustensäfte folgender Hersteller betroffen:

  • Marion Biotech, Indien
  • Maiden Pharmaceuticals Limited, Indien
  • PT Afi Farma, Indonesien


Gefälschte Medikamente oder solche, die die Sicherheitsstandards nicht erfüllen, müssten identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden, heißt es weiter. Nur lizenzierte und zugelassene Medikamente sollten auf den Markt kommen. Außerdem solle die Öffentlichkeit sofort über „die Gefahren und toxischen Wirkungen der fraglichen minderwertigen Arzneimittel“ informiert werden. (jbü/dpa)