So sieht der Kreml-Chef eine neue Weltordnung!

Putin schimpft auf Sanktionen und verteidigt Angriffskrieg gegen Ukraine

Putin schimpft auf Sanktionen und verteidigt Ukraine-Krieg Wirtschaftsforum in Wladiwostok
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Wirtschaftsforum in Wladiwostok
Putin schimpft auf Sanktionen und verteidigt Ukraine-Krieg

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Seit mehr als einem halben Jahr führt Russland offen Krieg gegen die Ukraine – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Putin verteidigt den Krieg in der Ukraine immer wieder. In seiner Rede auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik stellt Kreml-Chef Putin die Sanktionen des Westens nun als Hauptübel dar. Vor internationalem Publikum hat er nun sein Bild einer neuen, multipolaren Welt aufzeigt. Was er immer wieder behauptet: Unter den Sanktionen leiden die westlichen Staaten viel mehr als Russland!

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Putin: Unter Führung der USA sei der Westen in ein regelrechtes „Sanktionsfieber“ verfallen

Als „Bedrohung für die ganze Welt“ hat Russlands Präsident Wladimir Putin die westlichen Sanktionen gegen sein Land mehr als sechs Monate nach Kriegsbeginn kritisiert. Unter Führung der USA sei der Westen in ein regelrechtes „Sanktionsfieber“ verfallen, sagte Putin am Mittwoch beim 7. Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik. Der Kremlchef sprach von „aggressiven Versuchen, anderen Ländern ein Verhaltensmodell aufzuzwingen, sie ihrer Souveränität zu berauben und sie dem eigenen Willen zu unterwerfen“.

Die weitreichenden Strafmaßnahmen, die Amerika und Europa gegen Russland wegen des Einmarschs in die Ukraine verhängt haben, bezeichnete Putin als Zeichen bröckelnder US-Dominanz in der Welt. Diese sei zum Katalysator einer gegen Russland gerichteten „Aggression“ geworden, behauptete der 69-Jährige.

Vor Staatsgästen unter anderem aus China, der Mongolei und Myanmar beschwor er das Bild einer aufblühenden Asien-Pazifik-Region: Deren Länder, so Putin, seien angesichts „tektonischer Veränderungen“ in der Welt zu „neuen Zentren des wirtschaftlichen und technologischen Wachstums“ geworden.

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Putin: Russland halte dem Sanktionsdruck gut stand

Russland, Eastern Economic Forum EEF in Wladiwostok - Rede von Wladimir Putin  Russia Putin EEF 8269743 07.09.2022 Russian President Vladimir Putin addresses the audience during the plenary session of the 2022 Eastern Economic Forum EEF, in Vladivost
Russland, Eastern Economic Forum EEF in Wladiwostok - Rede von Wladimir Putin Russia Putin EEF 8269743 07.09.2022 Russi
www.imago-images.de, IMAGO/SNA, IMAGO/Alexei Danichev

Moskau behauptet immer wieder, dass westliche Staaten mehr unter den von ihnen verhängten Strafmaßnahmen litten als Russland. Russland selbst halte dem Sanktionsdruck gut stand, so Putin. Nicht erwähnt werden in diesem Kontext üblicherweise die massiven Probleme, mit denen sich Russlands Wirtschaft seit Kriegsbeginn konfrontiert sieht: etwa die Abwanderung von Fachkräften oder Schwierigkeiten zum Beispiel in der Automobil- und Luftfahrtbranche.

Mit Blick auf den Gasstreit mit Europa brachte Putin erneut die Möglichkeit ins Gespräch, die Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. „Wir bauen nichts umsonst“, sagte er. Russlands Staatskonzern Gazprom hatte zuletzt die ohnehin stark gedrosselten Gaslieferungen über Nord Stream 1 ganz eingestellt - mit Verweis auf technische Probleme, die angeblich aufgrund der Sanktionen nicht zu beheben seien.

Die Bundesregierung hält diese Begründung hingegen für vorgeschoben. Vermutet wird, dass Moskau so Druck machen will, damit die Pipeline Nord Stream 2, deren Genehmigungsverfahren kurz vor dem Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt wurde, nun doch noch in Betrieb genommen wird.

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Kreml-Chef unzufrieden über Ausfuhr-Abkommen von Getreide aus der Ukraine

ARCHIV - 09.08.2022, Ukraine, Shuriwka: Ein Kippwagen entlädt Getreide in einem Getreidespeicher in dem Dorf Shuriwka. Viele ärmere Länder müssen angesichts ausbleibender Lieferungen aus der Ukraine weiter um ihre Getreidelieferungen bangen. (zu dpa:
Sechs Monate Ukraine-Krieg - Lieferengpässe
EL pat ppz, dpa, Efrem Lukatsky

Unzufrieden zeigte sich der Kremlchef mit der Umsetzung des im Juli geschlossenen Abkommens über die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine. Anders als zugesichert hielten Beschränkungen für russische Exporte weiter an, sagte er. Putin deutete an, dass das unter türkischer Vermittlung geschlossene Abkommen jederzeit platzen könnte: „Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, den Export von Getreide und (...) Lebensmitteln entlang dieser Route zu begrenzen?“, sagte er. „Ich werde mich zu diesem Thema definitiv mit dem Präsidenten der Türkei, Herrn Erdogan, beraten.“

Putin zur Länge des Ukraine-Krieges: „Wir haben (dadurch) nichts verloren und werden nichts verlieren“

Explizit zur Ukraine äußerte sich Putin in seiner mit Spannung erwarteten Rede erst auf Nachfrage des Moderators. Den von ihm nur als „militärische Spezial-Operation“ bezeichneten Krieg, der UN-Angaben zufolge bereits mehr als 5.700 Zivilisten das Leben kostete, verteidigte der Kremlchef einmal mehr als angeblich notwendige Maßnahme, um Russland zu schützen.

„Ich kann sagen, dass der hauptsächliche Zugewinn die Stärkung unserer Souveränität ist - und das ist ein unweigerliches Ergebnis dessen, was gerade passiert“, sagte Putin. Bereits in der Vergangenheit hatte er den Einmarsch ins Nachbarland als notwendigen Präventivschlag dargestellt, um einem angeblich bevorstehenden ukrainischen Angriff auf Russland zuvorzukommen.

Viele internationale Experten hingegen werten das als reinen Vorwand für den brutalen russischen Angriffskrieg. Sie gehen zudem von hohen Verlusten in der russischen Armee aus. Ungeachtet dessen betonte Putin nun mit Blick auf den sich in die Länge ziehenden Krieg: „Wir haben (dadurch) nichts verloren und werden nichts verlieren.“ (dpa/lwe)

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