Finger weg von Tuben, Tiegeln und Flaschen

Mit diesen Tipps vermeiden Sie Mikroplastik im Badezimmer

04. Oktober 2021 - 9:49 Uhr

Viel Kunststoff in Tuben und Cremes - sind feste Pflegeprodukte nachhaltiger?

Rund fünf Gramm Mikroplastik nimmt jeder Mensch pro Woche durchschnittlich auf. Das entspricht dem Gewicht und der Plastikmenge einer Kreditkarte. Hauptquellen sind unter anderem – neben Kleidung und Lebensmittelverpackungen wie Flaschen - die Tuben und Tiegel im Bad. Doch in den Drogerien und im Netz tummeln sich auch immer mehr Shampoos, Duschgele und Bodylotions in fester Form. Sogar Zahnpasta und Parfüm gibt es jetzt am Stück! Verpackt in Papier oder Pappe versprechen diese Nachhaltigkeit – doch ist das wirklich so? Und pflegen die Produkte auch wirklich?

Wir haben den Test gemacht und lassen Ärzte sowie Friseure das Pflege-Ergebnis beurteilen. Was dabei herauskam, sehen Sie im Video.

Viele Kosmetik- und Hygieneprodukte enthalten Mikroplastik

Doch nicht nur die Verpackungen sind ein Problem, sondern auch der Inhalt der Tuben und Fläschchen, die sich im Badregal türmen: Denn auch in den Hygiene- und Kosmetikprodukten selbst findet sich Mikroplastik. In Peelings sorgen die winzigen Plastikpartikel für den erwünschten Schmirgel-Effekt, in Duschgels und Cremes kommen sie als Bindemittel zum Einsatz. Und auch Zahnpasta, Deodorants, Sonnencreme und Lidschatten enthalten Mikroplastik.

Beim Gebrauch gelangen die Plastikteilchen ins Abwasser, über die Kläranlagen schließlich in die Flüsse und Meere, bis sie von Meerestieren aufgenommen werden. Und über den Fisch, den wir essen, gelangen sie schließlich in unseren Körper.

Lese-Tipp: Mehr Mikroplastik als Plankton im Meer

Tipps, mit denen Sie Mikroplastik aus dem Bad verbannen

Das Umweltbundesamt warnt davor, dass sich die kleinen Plastikpartikel in unserem Gewebe anreichern und möglicherweise Entzündungen im Darm- oder Lebergewebe auslösen können. Auch wenn Beweise für diese Theorie noch ausstehen, sprechen genug Gründe dafür, die Aufnahme von Mikroplastik weitestgehend zu reduzieren.

Diese Tipps helfen dabei, Plastik aus dem Badezimmer zu verbannen:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Greifen Sie zu Zahnbürsten aus Bambus statt aus Plastik.
  • Verwenden Sie feste Seife statt flüssiger Seife, die noch dazu in Plastikfolie verpackt ist.
  • Auch für Shampoo gibt es mittlerweile super Alternativen: Feste Shampoos beziehungsweise Haarseifen schäumen zwar deutlich weniger als die Shampoos aus der Flasche, doch sie reinigen die Haare genauso gründlich.
  • Statt Wattepads und Reinigungslotion können Sie waschbare, wiederverwendbare Reinigungspads zum Abschminken verwenden. Diese sind in der Regel aus Baumwolle und wiederverwendbar. Das spart Abfall, Plastik und Geld.
  • Verwenden Sie Deosticks aus Bienenwachs oder Deocreme statt Deoroller aus Plastik.
  • Auch für die klassischen Plastik-Wattestäbchen gibt es mittlerweile tolle, plastikfreie Alternativen: Allerdings ist bei der Verwendung der Bambus- oder Papierwattestäbchen ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gefragt, da sie nicht ganz so stabil sind wie die Plastikstäbchen. (nri, dhe)

Lese-Tipp: Diese Apps zeigen, wo Mikroplastik drin steckt